Saint-Martin Insel
Saint-Martin (niederländisch: Sint Maarten) ist eine zwischen Frankreich und dem Königreich der Niederlande geteilte Insel in der Karibik und gehört zur Gruppe der Inseln über dem Winde. Die Insel ist der einzige Ort, an dem es über eine Länge von 10 Kilometern eine Grenze zwischen dem französischen und dem niederländischen Staatsgebiet gibt.
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Geographie
Die Insel hat eine Fläche von 94 km² und ist vulkanischen Ursprungs. Die höchste Erhebung ist der Pic Paradis mit einer Höhe von 411 m über NN. Im Süden trifft man auf das Karibische Meer, sowie nach 930 Kilometern auf das südamerikanische Festland (Caracas). Nördlich liegt die benachbarte Insel Anguilla, die Entfernung zum Flughafen der östlichen Nachbarinsel St. Barthélemy beträgt etwa 34 Kilometer. Im Nordwesten befindet sich nach 1.960 Kilometern das nordamerikanische Festland (Miami).
Größere Städte außerhalb der Insel mit Verbindungen zum Festland finden sich Richtung Südwesten auf Aruba (970 km entfernt, Oranjestad), sowie Richtung Westen: Dominikanische Republik (720 km entfernt, Santo Domingo) und Haiti (980 km entfernt, Port-au-Prince).
Geschichte
Die Insel wurde am Namenstag des Heiligen Martin, dem 11. November 1493, durch Christoph Kolumbus entdeckt.
Im Jahre 1648 wurde die Insel geteilt, nachdem französische und niederländische Kriegsgefangene ihre spanischen Aufseher vertrieben hatten. Der Legende nach teilten die Deportierten die Insel unter sich auf, indem ein Niederländer und ein Franzose die Insel in gegensätzlicher Richtung umrundeten, bis sie sich wieder am Strand trafen. Es heißt auch, der Franzose gab dem Niederländer eine Flasche Wasser, die allerdings Gin enthielt, weshalb heute der französische Teil größer als der niederländische ist.
Die beiden Inselteile koexistieren seither friedlich miteinander. Auf Saint-Martin/Sint Maarten leben rund 77.000 Menschen, 36.000 davon im französischem Teil, 41.000 im niederländischen Teil. Die Insel ist also verhältnismäßig stark besiedelt. Die offizielle Währung des französischen Teils der Insel ist der Euro, die des niederländischen Teils der Antillen-Gulden. Mangels Wechselgeld wird der Euro dort meistens nur im Verhältnis 1:1 akzeptiert.
In den 1990er Jahren wurde die Insel sechs Mal von Hurrikanen heimgesucht. Am verheerendsten wüteten „Luis“ (September 1995) und „Lenny“ (November 1999).
Besonderheit
Der Flughafen Princess Juliana befindet sich direkt am Strand. Daher fliegen die Flugzeuge (darunter auch Großraumflugzeuge wie die Boeing 747 oder der Airbus A 340) sehr niedrig über den Strand, der für Touristen freigegeben, aber mit Warnhinweisen ausgestattet ist. Der Abstand zwischen den landenden Flugzeugen und dem Zaun beträgt oft nur einige Meter, Touristen können direkt unter den Flugzeugen stehen und sie fotografieren. Am Strand befindet sich ein Surfbrett, auf das der Flugplan geschrieben wird, der die Flüge ankündigt.
Ein weiterer Flughafen der Insel ist der Flughafen Saint Martin.
Französischer Inselteil
| Collectivité de Saint-Martin | |||||
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| Amtssprache | Französisch | ||||
| Hauptstadt | Marigot | ||||
| Staatsoberhaupt | Nicolas Sarkozy | ||||
| Regierungschef | Präsident des Territorialrates Frantz Gumbs | ||||
| Fläche | 53,2 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 35.263 (2006) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 663 Einwohner pro km² | ||||
| Währung | Euro | ||||
| Nationalhymne | La Marseillaise | ||||
| Zeitzone | UTC -4 | ||||
| Kfz-Kennzeichen | F | ||||
| Internet-TLD | .fr und .gp in Verwendung; seit 2006 .mf | ||||
| Telefonvorwahl | +590 | ||||
Allgemeines
Der Norden heißt Saint-Martin und ist eine Collectivité d’outre-mer Frankreichs. Sie hat eine Fläche von 53,2 km² und 35.263 Einwohner (2006) und bildet eine einzige Gebietskörperschaft mit den Kompetenzen einer Gemeinde, eines Departements und einer Region.
Städte und Siedlungen
Neben dem Hauptort Marigot gibt es folgende Siedlungen bzw. Ortsteile:
- Grand-Case
- Rambaud
- Colombier
- Cul-de-sac
- Quartier d’Orléans.
Politischer Status
Bis 2007 war der französische Teil Saint-Martins eine Gemeinde und bildete zusammen mit der Nachbarinsel Saint-Barthélemy ein Arrondissement des Überseedepartements Guadeloupe, das Arrondissement Saint-Martin-Saint-Barthélemy (auch Arrondissement des Îles du Nord, „Arrondissement der nördlichen Inseln“). Sitz der Unterpräfektur war Marigot, ohne jedoch offiziell den Titel eines Hauptortes zu besitzen.
Nach einem im Jahr 2003 abgehaltenen Referendum trennte sich Saint-Martin – neben Saint-Barthélemy – am 22. Februar 2007 von Guadeloupe und wurde zu einer eigenen Collectivité d’outre mer. Die Verwaltung wird aber auch in Zukunft der einer französischen Kommune entsprechen. Ebenso dürfen Nichtfranzosen, die jedoch aus einem EU-Land stammen, auch zukünftig an Gemeinderatswahlen teilnehmen. Der Vertrag von Lissabon sieht vor, dass Saint-Martin Teil der Europäischen Union (und damit ihr westlichster Punkt) bleibt.[1] Das offizielle Zahlungsmittel Saint-Martins ist der Euro. Die Mehrwertsteuer liegt bei 15 Prozent.
Niederländischer Inselteil
| Sint Maarten | |||||
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| Wahlspruch: Semper pro grediens | |||||
| Amtssprache | Niederländisch, Englisch | ||||
| Hauptstadt | Philipsburg | ||||
| Staatsoberhaupt | Königin Beatrix der Niederlande | ||||
| Regierungschef | Gezaghebber Franklyn Richards | ||||
| Fläche | 34 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 33.119 (2004) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 974 Einwohner pro km² | ||||
| Währung | Antillen-Gulden | ||||
| Nationalhymne | O sweet Saint-Martin’s Land | ||||
| Zeitzone | UTC -4 | ||||
| Internet-TLD | .an | ||||
| Telefonvorwahl | +599 | ||||
Der südliche Teil der Insel ist eine von fünf zu den Niederländischen Antillen gehörenden Inseln.
Bevölkerung
Die einheimische Bevölkerung besteht zum größten Teil aus Nachfahren von niederländischen Siedlern und aus Afrika entführten Sklaven. Mittlerweile sind 49 Prozent der Einwohner im niederländischen Teil Ausländer. Die meisten Einheimischen sind Protestanten, insbesondere Methodisten, während im französischen Teil eher der römisch-katholische Glauben dominiert. Es gibt ebenfalls kleine jüdische und Siebenten-Tags-Adventisten-Gemeinden.
Städte und Siedlungen
- Die Hauptstadt Philipsburg mit 12.280 Einwohnern
- Lower Prince’s Quarter mit 8.123 Einwohnern
- Cul de Sac mit 7.880 Einwohnern
- Koolbaai mit 6.046 Einwohnern
- Upper Prince’s Quarter mit 4.020 Einwohnern
- Little Bay (Fort Amsterdam) mit 2.176 Einwohnern
- Simpson Bay mit 736 Einwohnern
Politischer Status
Sint Maarten ist ein Teil der Niederländischen Antillen, welche wiederum ein Teil des Königreichs der Niederlande sind, aber nicht zu den Niederlanden gehören und damit nicht Teil der Europäischen Union sind. Voraussichtlich 2010 wird der Landesverband der Niederländischen Antillen aufgelöst. Dann wird Sint Maarten ein eigenständiges Bundesland innerhalb des Königreiches der Niederlande, neben den Niederlanden, Aruba und Curaçao.
Sint Maarten ist eine Offshore-Zone. Die Firmen, die auf Sint Maarten registriert sind und im niederländischen Teil der Insel keine Geschäfte betreiben, sind von den Steuern befreit. Weiterhin gibt es keine Eigentums- und Kapitalertragssteuern. Die Mehrwertsteuer liegt bei 5 Prozent.
Gesetzliches Zahlungsmittel ist der Antillen-Gulden, jedoch ist aufgrund des Tourismus der US-Dollar das bevorzugte Zahlungsmittel. Der Euro wird meistens akzeptiert, jedoch nur zu einem Wechselkurs von 1:1, was zu einem Verlust führt.
Die Regierung auf Sint Maarten besteht aus einem eilandsraad (Inselrat), einem bestuurscollege (Verwaltungskollegium) und einem gezaghebber (Machthaber), der von der niederländischen Krone ernannt wird.
Tourismus
Der niederländische Teil der Insel hat einen Hafen, an dem Kreuzfahrtschiffe anlegen können. In der Saison sind dies bis zu zehn Schiffe pro Tag. Eine Besonderheit, welche die Insel vor allem für US-amerikanische Touristen attraktiv macht, ist der Status des Freihafens – es werden weder Steuern noch Zoll erhoben. Aufgrund dieser Tatsache entwickelte sich auf der Insel, besonders im kommerzialisierten Sint Maarten, ein regelrechter Tabak- und Spirituosentourismus. Sobald jedoch die letzten Schiffe gegen 18 Uhr abgelegt haben, wirkt beispielsweise Philipsburg wie ausgestorben.
Ebenfalls wichtig für die Infrastruktur ist der Flughafen Princess Juliana. Dieser wurde 2006 erneuert und hat unter anderem ein neues Terminal erhalten. Das Straßensystem ist oft mangelhaft, es kommt häufig zu Staus. Dies ist im französischen Teil seltener der Fall.
Sehenswürdigkeiten
- Das Grenzdenkmal, das an den Vertrag von Concordia 1648 und an die Teilung der Insel erinnert
- Das Geschichtsmuseum in Philipsburg
- Den Strand an der Landebahnschwelle des Princess Juliana Airports
- Fort Amsterdam und Fort Williams nahe Philipsburg
- Die Schmetterlingsfarm St. Martin
- Die Loterie Farm Flyzone
Siehe auch
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