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Pfaffenhofen an der Ilm

WappenDeutschlandkarte
48.52972222222211.506666666667428
Basisdaten
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk:Oberbayern
Landkreis:Pfaffenhofen a.d.Ilm
Höhe:428 m ü. NN
Fläche:92,39 km²
Einwohner:

23.971 (31. Dez. 2008)[1]

Bevölkerungsdichte:259 Einwohner je km²
Postleitzahl:85276
Vorwahl:08441
Kfz-Kennzeichen:PAF
Gemeindeschlüssel:09 1 86 143
Adresse der Stadtverwaltung:Hauptplatz 1
85276 Pfaffenhofen a.d.Ilm
Webpräsenz:
Erster Bürgermeister:Thomas Herker (SPD)
Lage der Stadt Pfaffenhofen a.d.Ilm im Landkreis Pfaffenhofen a.d.Ilm
Ensemble am Hauptplatz

Pfaffenhofen an der Ilm (amtlich: Pfaffenhofen a.d.Ilm) ist die Kreisstadt und größte Stadt des gleichnamigen Landkreises im Regierungsbezirk Oberbayern, sie ist eine von 13 sogenannten leistungsfähigen kreisangehörigen Gemeinden in Bayern.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geografische Lage

Pfaffenhofen an der Ilm liegt im Hopfenland Hallertau im Dreieck München, Ingolstadt und Augsburg.

Geschichte

Die Frühgeschichte Pfaffenhofens ist weitgehend unbekannt. Die Mehrzahl der Heimatforscher geht jedoch davon aus, dass Mönche des einstigen Benediktinerklosters Ilmmünster im 8. Jahrhundert die “Pfaffenhöfe” bei Altenstadt im jetzigen Norden der Stadt errichtet haben.

Urkundlich erstmals erwähnt wird Pfaffenhofen im Jahre 1140. Die Bezeichnung Markt findet sich 1197 und seit 1438 ist Pfaffenhofen Stadt. Während des Österreichischen Erbfolgekriegs kam es am 15. April 1745 in der Nähe der Stadt zur Schlacht bei Pfaffenhofen, bei der die Österreicher eine französisch-bayerische Armee schlugen. Diese Niederlage zwang Bayern, aus der Allianz gegen Österreich auszuscheiden.

Bei der Reichstagswahl 1933 erzielte die NSDAP mit 43,1 Prozent der Stimmen in Pfaffenhofen ihr bestes Wahlergebnis in Oberbayern.

Die Neugründung des SPD-Landesverbandes Bayern fand am 6. Oktober 1945 in Pfaffenhofen a. d. Ilm statt.

Religionen

Für die katholischen Pfarreien in Pfaffenhofen und den Ortsteilen sind drei Diözesen zuständig: Augsburg, München-Freising und Regensburg. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde in Pfaffenhofen besteht seit 1897, die Gottesdienste finden in der Kreuzkirche statt. Seit den 1960er Jahren gibt es eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde mit einem hauptamtlichen Pastor.

Entwicklung des Stadtgebiets

Eingemeindungen

Vor der Gebietsreform 1972
Rathaus
Ehemaliges Mesnerhaus

Im Zuge der Gebietsreform 1971 bis 1978 wurden kleinere Landgemeinden eingemeindet.

Stadtgliederung

Ortsteile heute sind Affalterbach, Altkaslehen, Angkofen, Bachappen, Berghof, Brunnhof, Buchhof, Doderhof, Ebenhof, Eberstetten, Eckersberg, Ehrenberg, Einödshof, Eja, Eutenhofen, Förnbach, Frechmühle, Fürholzen, Gittenbach, Göbelsbach, Griesbach, Grubhof, Gumpersdorf, Gundamsried, Haimpertshofen, Heißmanning, Höflmaier, Holzried, Kienhöfe, Kleinebenhof, Kleinreichertshofen, Köglhaus, Köhlhof, Kreuzmühle, Kuglhof, Langenwiesen, Menzenbach, Menzenpriel, Niederscheyern, Pallertshausen, Pernzhof, Radlhöfe, Riedhof, Schabenberg, Seugen, Siebenecken, Siebeneichmühle, Straßhof, Streitdorf, Sulzbach, Tegernbach, Thalhof, Uttenhofen, Walkersbach, Wasenstatt, Weihern, Weingarten, Weyern, Wolfsberg, Zierlmühle und Zweckhof.

Einwohnerentwicklung

  • 1850: 2.000 Einwohner
  • 1910: 4.500
  • 1939: 5.292
  • 1950: 9.858
  • 1978: 15.000
  • 1992: 20.000
  • 1997: 21.670 (10.496 männlich, 11.174 weiblich)
  • 2000: 22.268
  • 2005: 23.282
  • 2006: 23.487 (11.491 männlich, 11.996 weiblich)
  • 2007: 23.657 (11.571 männlich, 12.086 weiblich)

Politik

Bürgermeister

  • 1818–1820: Johann Nepomuk Mulzer
  • 1820–1823: Augustin Lorenz
  • 1823–1825: Leopold Wörl
  • 1825–1832: Kaspar Kratzer
  • 1832–1833: Joseph Eberl
  • 1834–1836: Augustin Kittenbacher
  • 1836–1842: Hermann Lenz
  • 1842–1848: Johann Anton Seidl
  • 1848–1852: Kaspar Eckinger
  • 1852–1870: Anton Rieder
  • 1870–1882: Joseph Seitz
  • 1882–1883: Anton Rieder
  • 1884–1894: Ludwig Lechner
  • 1894–1907: Xaver Haindl
  • 1907–1911: Karl Rieder
  • 1912–1919: Johann Amberger
  • 1919–1933: Georg Grabmair
  • 1933–1935: Sebastian Niedermayr
  • 1935–1940: Otto Bauer
  • 1940–1941: Sebastian Niedermayr
  • 1941–1945: Joseph Mayr
  • 1945–1946: Hans Demmelmeier, CSU
  • 1946–1956: Wilhelm Stocker, CSU
  • 1956–1972: Jakob Sanwald, FWG
  • 1972–1984: Anton Schranz, FWG
  • 1984–1990: Josef Hobmeier, FWG
  • 1990–2008: Hans Prechter, CSU
  • 2008-heute: Thomas Herker, SPD

Stadtrat

CSUFWSPDGRÜNEFDPödpFUWGesamt
20021355212230
20081156322130

Die sieben Mitglieder von FUW, ödp, FDP und Bündnis 90/Die Grünen hatten sich in der Legislaturperiode 2002 – 2008 zu einer “Freien Öko-Fraktion” (FÖ) zusammengeschlossen. Nach der Wahl 2008 spaltete sich diese Fraktion in eine Gemeinschaftsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und ödp, sowie eine Gemeinschaftsfraktion von FDP und FUW auf. Die Stadtregierung wird seit dem 1. Mai 2008 von einer Koalition aus SPD, FW, Bündnis 90/Die Grünen und ödp gebildet.

Wirtschaft und Infrastruktur

Ämter

Eine alphabetische Liste der in Pfaffenhofen ansässigen Ämter und Behörden:

Ansässige Unternehmen

Hipp Babynahrung (Nahrungsmittel- und Babykosthersteller), Daiichi Sankyo Europe GmbH (Pharmazeutisches Unternehmen), Panasonic Electric Works (Entwicklung und Produktion von Relais), E.ON Bayern AG (Energieversorger), Müllerbräu, Brauhaus Pfaffenhofen (Urbanus-Biere), Kleiderbügel-Hersteller MAWA, eismann Tiefkühl-Heimservice GmbH (Tiefkühlkost), Hecht Technologie (Anlagenbau für die schüttgutverarbeitende Industrie), Biomasse Heizkraftwerk GmbH


Bildungseinrichtungen

Freizeit- und Sportanlagen

  • Das Eisstadion ist die Heimat der IceHogs des EC Pfaffenhofen. Die Mannschaft spielt in der Bayrischen Eishockey-Liga und erreichte in der Saison 2004/2005 und in der Saison 2007/2008 die Bayerische Vizemeisterschaft.
  • Für Speedway-Rennen steht dem Motorsport-Club Pfaffenhofen (MSC) die Sandbahn im städtischen Stadion zur Verfügung.
  • Schwimmer und Wassersportler kommen im modernen städtischen Freibad und im kleinen Hallenbad an der Realschule auf ihre Kosten.
  • Reiter und Voltigierer finden am Reitsport Brunnhof eine moderne und gut eingerichtete Reitanlage.
  • Für alle Freunde des “weißen Sports” bietet der Tennisclub Pfaffenhofen 8 Freiplätze (Sand), 2 Hallenplätze (Granulat) und ein gemütliches Vereinsheim für das leibliche Wohl.

Insgesamt bieten über 50 Vereine die Möglichkeit Sport zu betreiben, von Alpenverein bis Wasserwacht.

Soziales und Gesundheit

  • Das Alten- und Pflegeheim St. Franziskus hat eine Gesamtkapazität von 150 Plätzen und bietet 140 Wohn-/Pflegeplätze und 10 Kurzzeitpflegeplätze.
  • Aus dem ehemaligen Kreiskrankenhaus hat sich die Ilmtalklinik zu einem leistungsfähigen und patientenfreundlichen Gesundheitszentrum entwickelt.

Verkehr

Die Stadt Pfaffenhofen an der Ilm besitzt hervorragende Verkehrsanbindungen zu den Ballungszentren München im Süden, Augsburg im Westen, Ingolstadt und Regensburg im Norden sowie Landshut im Osten. Zum einen über die Bundesautobahnen A9 München-Nürnberg, A93 München-Regensburg und die Bundesstraße 13, zum anderen durch die Bahnlinie München-Nürnberg. Der Franz-Joseph-Strauß-Flughafen der Stadt München ist 45 km entfernt.

Fernmeldeturm Wolfsberg

Koordinaten: 48° 32′ 35″ N, 11° 25′ 53″ O48.54305555555611.431388888889

In einem bewaldeten Gebiet auf der Gemarkung Wolfsberg befindet sich ein 160 Meter hoher Fernmeldeturm der Deutschen Telekom AG, der neben dem Richtfunk auch zur Verbreitung von Fernseh- und UKW-Hörfunkprogrammen dient. Es handelt sich um einen Typenturm aus Stahlbeton vom Typ D, der bundesweit nur fünfmal gebaut wurde. Seit 27. November 2007 werden darüber folgende Fernsehprogramme über DVB-T verbreitet:

Kanal/Pol.SFNMultiplex-NameProgramme im BouquetERP
25 HAugsburgBR-SüdBayerisches Fernsehen, BR alpha, SWR Fernsehen, DVB-H-Test50 kW
36 HAugsburgARDDas Erste, Phoenix, arte, EinsPlus50 kW
44 HAugsburgZDFZDF, 3sat, KI.KA/ZDFdokukanal im Wechsel, ZDFinfokanal50 kW

Außerdem überträgt der Sender Pfaffenhofen die Radioprogramme Radio IN auf der Frequenz 104,8 MHz mit 0,3 kW und Antenne Bayern auf der Frequenz 92,6 MHz mit 0,5 kW. Ebenfalls von dort wird Digital Audio Broadcasting (DAB) über Kanal 12D übertragen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Haus der Begegnung

Bauwerke

  • Das Rathaus am östlichen Ende des 300 m langen und 40 m breiten historischen Hauptplatzes
  • Das “Haus der Begegnung” (ehemalige Mädchenschule) ist der westliche Gegenpol zum Rathaus
  • Der “Pfänderturm”, auch Hungerturm genannt: Von einst 17 Stadttürmen ist er als einziger unverändert stehen geblieben.
  • Das “alte Rentamt” beherbergt wieder seinen rechtlichen Nachfolger, das Landratsamt. Zwischenzeitlich diente es als Rathaus
  • Der “Flaschlturm”, einst Teil der Stadtbefestigung, bietet die Heimat für das Museum des berühmtesten Sohns der Stadt und Ehrenbürgers Joseph Maria Lutz
  • Die ursprüngliche Stadtpfarrkirche und jetzige Friedhofskirche St. Andreas
An der „Oberen Stadtmauer“

Museen

  • Dichtermuseum Joseph Maria Lutz
  • Museum im Mesnerhaus (Sammlung religiöser Gegenstände aus Kirchen und Bürgerhäusern)
  • Lebzelterei- u. Wachsziehermuseum
  • Städtische Galerie im „Haus der Begegnung“ am Hauptplatz

Skulpturenpark

Entlang des Gerolsbachtals präsentiert der Kunstverein Pfaffenhofen Skulpturen aus Metall, Stein und Holz namhafter Bildhauer aus Deutschland und dem benachbarten Ausland.

Sport

Schäfflertanz

Alle sieben Jahre führt die Schäfflertanzgruppe des MTV 1862 Pfaffenhofen den traditionellen Zunfttanz der bis ins Jahre 1517 zurückgeht auf. Erstmalig wurde er 1930 in Pfaffenhofen aufgeführt, das nächste Schäfflerjahr ist 2012.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Volksfest (Anfang bis Mitte September)
  • Dulten (jeweils mit verkaufsoffenem Sonntag):
- Josephidult (Mitte März)
- Maidult (1. Mai)
- Herbstdult (Anfang Oktober)
- Martinidult (Mitte November)
  • Gastronomische Schmankerlwochen:
- Hallertauer Hopfenspargelwochen – die jungen, noch weißen Triebe des Hopfens sind eine Delikatesse (Mitte März bis Ende April)
- Hallertauer Spargelwochen (Ende April bis 24. Juni)
- Hallertauer Hopfenwochen (Anfang August bis Mitte September)
- Hallertauer Wildwochen (Mitte Oktober bis Mitte November)
  • Nachtflohmarkt (Mitte August)
  • Weinfest des Sportgremiums Pfaffenhofen seit 1978 (jeweils am letzten Samstag im Juli)

Persönlichkeiten

Pfarrkirche St. Johannes Baptist

Ehrenbürger

siehe: Liste der Ehrenbürger von Pfaffenhofen an der Ilm

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Heinrich Streidl: Stadt Pfaffenhofen a.d. Ilm – Ein Heimatbuch, Pfaffenhofen 1965
  • Willihard Kolbinger: Pfaffenhofen a.d. Ilm – eine Politische Geschichte der bayerischen Kleinstadt 1945-1996, Pfaffenhofen 1996
  • Otto Baumgärtner: Stadtpfarrkirche St. Johannes Baptist Pfaffenhofen a. d. Ilm, München 1985 (ISBN 3-7954-0461-4)
  • Heinrich Streidl und Franz Rutsch: 550 Jahre Stadt Pfaffenhofen a.d. Ilm, 1998
  • Willy Hailer (Text und Fotos), Clemens Fehringer, Anton Ritzer (Fotos): Pfaffenhofen an der Ilm – Portrait einer Hallertauer Kreisstadt, Pfaffenhofen
  • Reinhard Haiplik: Pfaffenhofen unterm Hakenkreuz, 2. erweiterte Auflage, Pfaffenhofen 2005

Einzelnachweise

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes zum 31.12. (Hilfe dazu)

 Commons: Pfaffenhofen a.d.Ilm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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