Nuking the fridge
Nuking the fridge oder auch The nuked fridge (übersetzt etwa: der atomar gesprengte Kühlschrank) ist ein Neologismus aus dem Filmbereich. Der Ausdruck bezeichnet den Moment einer Serie oder eines Films, in dem die Handlung so offensichtlich realitätsfern wird, dass der Verlauf der Ereignisse nur bei willentlicher Aussetzung der Ungläubigkeit als sinnvoll betrachtet werden kann und der ursprüngliche Anspruch des Films durch die Absurdität der Szene ins Lächerliche abgleitet. Nuking the fridge dient in etwa als Synonym für “ein Film-Franchise ruinieren”.[1]
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Entstehung
Der Begriff geht zurück auf eine Szene aus dem Film Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, in der der Protagonist eine Atombombenexplosion überlebt, indem er sich in einem mit Blei isolierten Kühlschrank versteckt und darin aus dem nuklearen Testgebiet geschleudert wird, während alle sonstigen Gebilde völlig zerstört werden. Ohne nennenswerte Verletzungen entsteigt Indiana Jones dem Kühlschrank, während im Hintergrund in mehreren Kilometern Entfernung ein Atompilz zu sehen ist.
Es ist nicht vollständig bekannt, wo und zu welchem Zeitpunkt der Ausdruck Nuking the fridge tatsächlich zum ersten Mal verwendet wurde. Am 24. Mai 2008, zwei Tage nach der Weltpremiere des neuen Teils der Indiana-Jones-Reihe, tauchte der Begriff in Online Filmforen auf und verbreitete sich schnell innerhalb des Internets. Eine Reihe von Filmkritikern übernahm den Ausdruck als Analogie zum gebräuchlichen Jump the shark und beschrieben damit diese Szene als den Augenblick, in dem die Indiana-Jones-Filmreihe die Erfolgsspur verlassen habe und auf übertrieben alberne Effekte zurückgreife.[2][3][4]
Filmkritiker begannen auch in anderen Filmen/Filmreihen Nuked fridges auszumachen um damit den Beginn des Niedergangs der Story bzw. des Franchise zu terminieren.[5][6][7]
Kritik
Nach Ansicht einiger Kritiker ist der Begriff lediglich eine neue Umschreibung des bekannten Jump the Shark Phänomens und kein eigenständiger Begriff.[6] Von verschiedenen Seiten wurde zudem auf die Tatsache hingewiesen, dass bereits in den vorangegangen Teilen der Indiana Jones Reihe Ereignisse auftraten, die physikalisch unmöglich sind und die kritisierte Szene daher keinen wirklichen Bruch in der Erzählweise darstelle.[8][5] Schauspieler Shia LaBeouf wies darauf hin, dass sich nicht die Logik der Filme, sondern das Zuschauerverhalten seit den 1980er Jahren verändert habe.[9]
Rezeption
Im Internet lässt sich für zahlreiche Webforen die Verwendung des Ausdruck belegen, es ist jedoch bislang nicht untersucht, in wie weit der Begriff bereits in den allgemeinen Sprachgebrauch übergegangen ist. Vor allem in angelsächsischen Medien erlangte die Formulierung Verbreitung und wurde auch von Sprachgesellschaften angenommen.
Die American Dialect Society erwähnte den Begriff in ihrer Wahl zum Word of the Year (Wort des Jahres) 2008[10]. Im 6. Jahresbericht von Global Language Monitor rangiert Nuke the fridge 2008 auf Platz 3 der “HollyWords“, der Worte aus Hollywood, die die englische Sprache am meisten beeinflusst haben.[11] Bei der Wahl der “Buzz Words” 2008 im TIME Magazine erreichte der Ausdruck Platz 5.[12]
Nuking the fridge Szene aus Indiana Jones IV bei YouTube Einzelnachweise
- ↑ New words odd to political. Grant Barret, New Words Committee of the American Dialect Society
- ↑ ‘Jump the Shark,’ Meet ‘Nuke the Fridge’. Newsweek, 7. July 2008
- ↑ Indiana Jones and the Temple of Absurdly Implausible Excess. New York Times, 28. Juli 2008
- ↑ 24 Movies to Watch With Dad. Entertainment Weekly
- ↑ a b Don’t nuke the fridge yet. Daily Dispatch, 5. Juni 2008
- ↑ a b Phrase has changed but the meaning’s the same. Worchester Telegram, 13. July 2008
- ↑ The most Ridiculou Movie Moments 2008, Jonathan Crow, Yahoo Movies
- ↑ Kritik von Steven Dutch
- ↑ Shia LaBeouf Defends ‘Nuking The Fridge’ And Other Fantastical ‘Indy 4′ Moments. MTV Interview, 16. September 2008
- ↑ Word of the Year 2008, American Dialect Society
- ↑ Jai Ho!, Slumdog top ‘HollyWORDs’ of 2008. Hindustan Times, 28. Februar 2009
- ↑ Top 10 Buzzwords. TIME Magazine, The Top 10 Everything of 2008
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