Le Figaro
Le Figaro ist eine wirtschaftsliberale und gesellschaftskonservative französische Tageszeitung. Das in Paris herausgegebene überregionale Blatt gilt neben Le Monde als die wichtigste meinungsbildende Zeitung Frankreichs.
Der Figaro wurde am 15 Januar 1826 gegründet und in Anspielung auf den Nachrichten vermittelnden Barbier aus Beaumarchais Stücken (Le barbier de Séville et le mariage de Figaro) benannt. Seit 1866 erscheint die Zeitung täglich. Frühe Redakteure waren unter anderem Albert Wolff, Émile Zola und Jules Claretie. Das am 20. Februar 1909 von Filippo Tommaso Marinetti im Figaro veröffentlichte Futuristische Manifest begründete die Futurismus-Bewegung.
Die verkaufte Auflage blieb in den letzten Jahren weitgehend konstant und betrug 2007 339.236 [1] Exemplare. Die Zeitung steht mit dem Eigentümerwechsel beim Socpresse-Verlag unter starkem Einfluss des Luftfahrtunternehmers Serge Dassault, der gegenwärtig rund 70 französischsprachige Blätter unter seiner Kontrolle hat und sich einen Konkurrenzkampf mit Arnaud Lagardère liefert, der bisher der Marktführer war.
Le Figaro ist Gründungsmitglied der European Dailies Alliance (EDA), in der zurzeit mit den Tageszeitungen Die Welt, Daily Telegraph und ABC (Spanien) in der internationalen Berichterstattung zusammengearbeitet und kooperiert wird.
Am 19. September 2006 veröffentlichte Robert Redeker im Le Figaro den islamkritischen Artikel «Face aux intimidations islamistes, que doit faire le monde libre?» (dt.: „Was soll die freie Welt angesichts der islamistischen Einschüchterungsversuche tun?“), ein Beitrag zur Debatte um das Papstzitat von Regensburg. Durch einen Kommentar im Fernsehsender Al Jazeera fand der Artikel Verbreitung in der islamischen Welt. In Ägypten und Tunesien wurde am Folgetag der Vertrieb der Tageszeitung unterbunden, dem Autor wurde nach dieser Publikation von islamistischer Seite mehrfach mit dem Tod gedroht.
Le Figaro ist mit einem Zeitungsformat von 600 mm × 425 mm eine der formatgrößten Tageszeitungen Europas.