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Kanton Schwyz

Kanton Schwyz
Basisdaten
Hauptort:Schwyz
Fläche:908 km²
Einwohner:140′965 (2007)
Bevölkerungsdichte:153 Einw./km²
Beitritt zur
Eidgenossenschaft:
1291
Abkürzung:SZ (ISO:CH-SZ)
Sprachen:Deutsch
Website:www.SZ.ch
Karte
Lage des Kantons

Der Kanton Schwyz ([ʃviːts]; französisch: Schwytz oder Schwyz; italienisch: Svitto; rätoromanisch: Sviz) ist ein Kanton in der Zentralschweiz.

Inhaltsverzeichnis

Name

Benannt ist der Kanton nach seinem Hauptort Schwyz.

Da der Kanton Schwyz der wichtigste der drei Schweizer Urkantone war, wurde sein Name bald auf die gesamte Eidgenossenschaft verallgemeinert. Die ins Mittelhochdeutsche übertragene Form Schweiz (mit dem typisch nicht-alemannischen Diphthong) wurde in der Folge im gesamten deutschen Sprachraum als Bezeichnung des Staates üblich; die einheimische Form (ohne Diphthong) wurde hingegen als Suisse ins Französische übernommen. Die Schwyzer und die Schweizer Fahne sind dagegen unabhängig voneinander entstanden.

Geographie

Der Kanton Schwyz liegt in der Zentralschweiz, zwischen Zugersee, Vierwaldstättersee und Zürichsee und grenzt an die sieben Kantone Uri, Glarus, St. Gallen, Zürich, Zug, Luzern und Nidwalden.

Bevölkerung

Die im Kantonsgebiet gesprochenen deutschen Mundarten gehören mit Ausnahme des Bezirks Höfe, in dem man Zürichdeutsch spricht, dem Höchstalemannischen an.

Religionen – Konfessionen

Religionen im Kanton Schwyz

Mit 72 Prozent ist die römisch Katholische Kirche die grösste Konfession im Kanton Schwyz. Der Kanton Schwyz gehörte zu den fünf inneren katholischen Berg-Kantone, die an den zwei Kappeler Kriegen teilnahmen. Infolge des zweiten Kappeler Landfriedens durften im Kanton Schwyz keine Angehörige anderer Konfession wohnen. Erst die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 12. September 1848 garantierte die Religions- und Niederlassungsfreiheit. Mit der «Verfassung des eidgenössischen Standes Schwyz» vom 11. Juni 1876, wurde die vollständige Religionsfreiheit, auch für nichtchristliche Religionen, eingeführt.
Die Katholische Kirche blieb bis 1957 einzige anerkannte Religionsgemeinschaft (Staatskirche) für den Kanton Schwyz. Am 27. September 1992 stimmten die Bürgerinnen und Bürger des Kantons Schwyz einer Neuordnung des Verhältnisses zwischen Kirchen und Staat zu. Sie sprachen sich damit für eine Aufgabenentflechtung und die Schaffung zweier konfessionsgebundener Kantonalkirchen aus. Diese wie auch die Kirchgemeinden sind in finanz- wie steuerrechtlicher Hinsicht vom Kanton und von den Gemeinden unabhängig.

Bevölkerungsanteil nach Religionszugehörigkeit
nach der Eidgenössischen Volkszählung 2000[1]
Religionsgemeinschaftabsolutin Prozent
Römisch-katholisch92′86872,20 %
Evangelisch-reformiert15′14011,80 %
Konfessionslos63314,90 %
Islamische Gemeinschaften55984,35 %
Ohne Angabe37522,92 %
Orthodox27582,14 %
Evangelische Freikirchen7240,56 %
Hinduistische Vereinigungen4290,33 %
Neuapostolische Kirche3430,27 %
Buddhistische Vereinigungen2720,21 %
Zeugen Jehovas1770,14 %
Andere Christliche Gemeinschaften1360,11 %
Übrige Religionsgemeinschaften620,05 %
Jüdische Gemeinschaft510,04 %
Christkatholische Kirche460,04 %
Evangelisch-methodistische Kirche170,01 %
Wohnbevölkerung128′704100,00 %

Römisch-katholische Kirche

Die römisch-katholische Kirche ist die zahlenmässig grösste Konfessionsgemeinschaft im Kanton Schwyz. Die Römisch-katholische Kantonalkirche Schwyz wurde 1998 gegründet. Sie gehört zum Bistum Chur.
Grosse Ausstrahlungskraft hat das Benediktinerkloster Einsiedeln.

Evangelisch-reformierte Kirche

Heute leben circa 15′000 Reformierte im Kanton Schwyz das sind etwa zwölf Prozent. 15,9 Prozent sind es in an Zürich orientierten Ausserschwyz, das schon um 1830 erste Reformierte ansiedeln liess. In Innerschwyz sind nur 7,7 Prozent der Bevölkerung reformiert. Die erste evangelisch-reformierte Kirchgemeinde wurde 1868 im Bezirk March gegründet. Die Kirche von Siebnen wurde 1878 eingeweiht. 1886 wurde der erste reformierte Pfarrer in Brunnen angestellt. Diese Entwicklung wurde massgeblich durch den protestantisch-kirchlichen Hilfsverein des Kantons Zürich unterstützt, der seine Aufgabe in der Förderung des evangelischen Glaubenslebens in der Diaspora sah.

Die Anerkennung der sechs evangelisch-reformierten Kirchgemeinden als öffentlich-rechtliche Körperschaft mit dem Recht Steuern einzuziehen erfolgte mit dem Kantonsratsbeschluss vom Oktober 1957. Die Gründung einer evangelisch-reformierten Kantonalkirche erfolgte 1998. Die evangelisch-reformierte Kantonalkirche Schwyz umfasst sechs evangelisch-reformierte Kirchgemeinden.

Freikirchen und andere christliche Gemeinschaften

Gründung

  • Neuapostolische Kirche Lachen, 1931
  • Neuapostolische Kirche Immensee, 1961
  • FEG Lachen, 1979
  • FEG Höfe Wilen, 1977
  • FEG Einsiedeln, 1987
  • Chrischona Arth-Goldau, 1984
  • Chrischona Brunnen-Schwyz, 1986
  • FEG Siebnen, 1994

Geschichte

Siehe Geschichte des Kantons Schwyz

Verfassung und Politik

Die gegenwärtige Kantonsverfassung datiert von 1898 (mit zahlreichen Änderungen).

Legislative

Gesetzgebende Behörde ist der Kantonsrat mit 100 Mitgliedern, die vom Volk gemäss Verhältniswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt werden. Verfassungs- und Gesetzesänderungen unterliegen der Volksabstimmung. Das Volk kann selbst Verfassungs- und Gesetzesänderungen vorschlagen, wenn 2000 Wahlberechtigte einen dahingehenden Vorschlag unterstützen.

Bei den Wahlen zum Kantonsrat erhielten die Parteien folgende Sitzzahlen:

Partei1996200020042008
SVP12202741
CVP46433429
FDP29262421
SP1111159

Bundesversammlung: Der Kanton Schwyz entsendet zwei Vertreter in den Ständerat und vier Vertreter in den Nationalrat.

Exekutive

Vollziehende Behörde ist der Regierungsrat, dessen sieben Mitgliedern direkt vom Volk gemäss Mehrheitswahlrecht fest auf vier Jahre gewählt werden. Den Vorsitz hat der Landammann inne, sein Stellvertreter ist der Landesstatthalter.

Gemäss den Wahlen von 2008 stellt die CVP 3, die SVP 2, die SP 1 und die FDP ebenfalls 1 Regierungsrat. Für die Legislaturperiode 2008–2010 ist Georg Hess Landammann und Armin Hüppin Statthalter.

Der Regierungsrat hat die Vollzugsverordnung über die Aufgaben und die Gliederung der Departemente und der Staatskanzlei revidiert und auf den 1. Juli 2008 in Kraft gesetzt. Am 28. März 2007 hatte der Kantonsrat einer Änderung der Organisationsverordnung zugestimmt und damit den Weg für eine neue Departementsstruktur freigemacht.

Departemente

DepartementRegierungsrat
Departement des InnernStatthalter Armin Hüppin, (SP)
VolkswirtschaftsdepartementKurt Zibung, (CVP)
BildungsdepartementWalter Stählin, (SVP)
SicherheitsdepartementPeter Reuteler, (FDP)
FinanzdepartementLandammann Georg Hess, (CVP)
BaudepartementLorenz Bösch, (CVP)
UmweltdepartementAndreas Barraud, (SVP)

Departemente bis Juni 2008

  • Departement des Innern
  • Volkswirtschaftsdepartement
  • Erziehungsdepartement
  • Justizdepartement
  • Militär- und Polizeidepartement
  • Finanzdepartement
  • Baudepartement

Judikative

Auf kantonaler Ebene gibt es das Kantonsgericht, das Verwaltungsgericht sowie das Kantonale Strafgericht, auf der Ebene der Bezirke die dem Kantonsgericht untergeordneten Bezirksgerichte und auf kommunaler Ebene die Vermittler (in anderen Kantonen Friedensrichter genannt).

Gemeinden und Bezirke

Im Kanton Schwyz sind sowohl die Gemeinden wie, anders als in den meisten anderen Schweizer Kantonen, die Bezirke autonome Selbstverwaltungseinheiten. Während die Gemeinden aber auch einen eigenen, vom Kanton unabhängigen Wirkungskreis haben, erfüllen die Bezirke nur solche Aufgaben, die ihnen das kantonale Recht überträgt. Sowohl Gemeinden wie Bezirken kommt das Besteuerungsrecht zu; sie setzen die Höhe ihrer Steuern selbst fest.

Öffentlichrechtlich anerkannt sind überdies die römisch-katholischen und die evangelisch-reformierten Kirchgemeinden. Bürgergemeinden gibt es im Kanton Schwyz, im Gegensatz zu vielen anderen Kantonen, nicht.

Siehe auch: Gemeinden des Kantons Schwyz

Wirtschaft

Am Volkseinkommen der Schweiz ist der Kanton mit einem Anteil von 1,9 Prozent beteiligt, seine Finanzkraft liegt nur einige Prozent unter dem gesamtschweizerischen Durchschnitt.

Städte und Orte

Gemeinden mit über 10′000 Einwohnern
GemeindeEinwohner
(31. Dezember 2007)
Freienbach15′261
Schwyz14′186
Einsiedeln13′768
Küssnacht11′870
Arth10′227
10 grösste Ortschaften im Kanton
OrtschaftEinwohner
(31. Dezember 2007)
Küssnacht8′500
Einsiedeln8′490
Pfäffikon7′106
Brunnenca. 7′000
Lachen6′977
Wollerau6′853
Siebnen6′616
Schwyz5′951
Altendorf5′788
Goldau5′437

Bezirke

Bezirkswappen des Kantons Schwyz; Schwyz, Gersau, March, Einsiedeln, Küssnacht und Höfe
Bezirke des Kantons Schwyz

Der Kanton Schwyz unterteilt sich in 6 Bezirke und 30 Gemeinden, wobei die Bezirke Einsiedeln, Küssnacht und Gersau jeweils nur aus der gleichnamigen Gemeinde bestehen.

Siehe auch: Gemeinden des Kantons Schwyz

Siehe auch

Zentralschweiz

Einzelnachweise

  1. Bundesamt für Statistik: Volkszählung 2000

 Commons: Kanton Schwyz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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