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Juri Michailowitsch Luschkow

Juri Luschkow, 2006

Juri Michailowitsch Luschkow (russ. Юрий Михайлович Лужков; wiss. Transliteration Jurij Michajlovič Lužkov; * 21. September 1936 in Moskau) ist ein russischer Politiker und seit 1992 Oberbürgermeister von Moskau.

Inhaltsverzeichnis

Leben

1958 schloss er die Moskauer Hochschule für Öl- und Gasindustrie I.M. Gubkin ab. Nach dem Hochschulabschluss arbeitete Luschkow in der chemischen Industrie und als Abteilungsleiter im Ministerium für chemische Industrie der Sowjetunion.

1987 trat er in die Moskauer Stadtverwaltung ein, wurde später Abgeordneter im Obersten Sowjet. Im Juli 1991 wurde er von Gawriil Popow, dem damaligen Oberbürgermeister Moskaus, für das Amt des Vizebürgermeisters vorgeschlagen und von der Mehrheit der Abgeordneten bestätigt. Nach dem Rücktritt Popows im Juni 1992 wurde Luschkow von Staatspräsident Boris Jelzin zum Oberbürgermeister von Moskau ernannt. Am 16. Juni 1996 sowie 1999 und 2003 wurde er mit 88,5 %, 69,9 % bzw. 74,8 % der Stimmen wiedergewählt. Im Juni 2007 wurde Luschkow zum vierten Mal im Amt bestätigt, diesmal – gemäß inzwischen geänderter Gesetzgebung – durch die Mehrheit (32 Pro- versus drei Contrastimmen) der Abgeordneten der Moskauer Stadtduma auf Vorschlag des Staatspräsidenten Putin.

Ende 1998 gründete er die politische Bewegung Vaterland, die sich im Vorfeld der Parlamentswahlen 1999 mit der Bewegung Ganz Russland vereinigte und 2001 in der Partei Einiges Russland aufging, in der Luschkow den Posten eines der Vorsitzenden des Obersten Rates innehat. Bei den Präsidentschaftswahlen im März 2000 unterstützte er Wladimir Putin. Von September 2000 bis März 2001 war er Mitglied des Präsidiums des Staatsrats der Russischen Föderation.

Im Mai 2004 vermittelte er den Rücktritt des befreundeten Präsidenten der Autonomen Republik Adscharien in Georgien, Aslan Abaschidse, der nach Massenprotesten gegen seinen autokratischen Regierungsstil in Bedrängnis geriet, und ermöglichte ihm ein Exil in Moskau.

2006, 2007, 2008 und 2009 setzte sich Luschkow als Homosexuellen-Gegner in Szene. Auf einem Bürgermeistertreffen in Berlin im Februar 2006 bezeichnete er Homosexualität als unnatürlich. Die jährliche Schwulen- und Lesbenparade Moscow Pride hat er regelmäßig verboten und bezeichnete sie im Januar 2007 als „Satanshow“. Die Organisatoren dieser Demonstration haben sich daraufhin an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gewandt, da in der Europäischen Menschenrechtskonvention (CETS 005) das Recht auf Versammlungsfreiheit verbrieft ist. [1] [2] Bei der Enthüllung einer von Washington D.C. gestifteten Statue von Walt Whitman, an der auch Außenminister Sergei Wiktorowitsch Lawrow und seine Amtskollegin Hillary Clinton teilnahmen, lobte er dessen „vom Geist des amerikanischen Optimismus“ durchdrungene Poesie.[3]

Im Jahr 2008 bezeichnete Juri Luschkow die Stadt Sewastopol als eigentlich russische Stadt. Als Folge darauf erteilte ihm die ukrainische Regierung Einreiseverbot in die Ukraine und den Status Persona non grata.

Auch seine visionären Ideen sind bekannt, so sollte das Moskauer Müllproblem durch eine von Wasserkraft betriebene rätselhafte Anlage zur Mülltrennung beseitigt oder Hausmeister im Kampf gegen Eiszapfen mit Laserkanonen bewaffnet werden.[4]

Er lebt in zweiter Ehe mit Yelena Baturina. Sie ist auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen Russlands die einzige Frau. Luschkow hat vier Kinder: zwei Söhne aus seiner ersten und zwei Töchter aus seiner derzeitigen Ehe.

Seine Hobbys sind Fußball, Tennis und Bienenzucht.

Auszeichnungen

Luschkow wurde mit dem Leninorden, dem Rotbannerorden der Arbeit und dem Orden Für Verdienste um das Vaterland der Stufen I, II und III ausgezeichnet. Für seine militärischen Verdienste erhielt er den Ehrenorden und die Medaille Verteidiger des freien Russlands.

2007 erhielt er vom Wiener Bürgermeister Michael Häupl das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien.

Einzelnachweise

  1. Moscow Gay Pride Not a Priority of the European Court of Human Rights, Russian Activists Told. Abgerufen am 21 August 2009.
  2. RIA Novosti: Moskau: OB Luschkow bezeichnet Schwulen-Parade als „Satanshow“
  3. Schwulenhasser Juri Luschkow enthüllt Statue der Ikone der Schwulenbewegung, russland.ru, 15. Oktober 2009
  4. http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,669072,00.html

 Commons: Juri Michailowitsch Luschkow – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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