Innere Stadt Wien
| I. Wiener Gemeindebezirk | |
|---|---|
| Wappen | Karte |
| Name: | Innere Stadt |
| Fläche: | 2,88 km² |
| Einwohner: | 16.958 (1. Jän. 2009)[1] |
| Bevölkerungsdichte: | 5.888 Einwohner je km² |
| Postleitzahl: | 1010 |
| Adresse des Bezirksamtes: | Wipplingerstraße 8 1011 Wien |
| Offizielle Website: | www.wien.gv.at/bezirke/innerestadt |
| Politik | |
| Bezirksvorsteherin | Ursula Stenzel (ÖVP) |
| Bezirksvertretung (40 Bezirksräte) | ÖVP 18, SPÖ 13, Grüne 7, FPÖ 2 |
Die Innere Stadt ist der 1. Gemeindebezirk und gleichzeitig der alte Stadtkern der österreichischen Bundeshauptstadt Wien. Bis zu den ersten Eingemeindungen 1850 war sie auch weitestgehend deckungsgleich mit dem Stadtgebiet. Ursprünglich war sie in vier Viertel unterteilt, die nach wichtigen Stadttoren benannt waren: Stubenviertel (Nordosten), Kärntner Viertel (Südosten), Widmerviertel (Südwesten), Schottenviertel (Nordwesten).
Der 1. Bezirk zählt mit 100.745 Beschäftigten die meisten Arbeitnehmer aller Wiener Bezirke, was auf die Präsenz etlicher Verwaltungsbehörden, den Tourismus sowie die vielen Firmensitze aufgrund der zentralen Lage zurückzuführen ist.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Der 1. Bezirk „Innere Stadt“ liegt im Zentrum der Stadt Wien. Er grenzt im Nordosten an den Bezirk Leopoldstadt, im Osten an den 3. Bezirk Landstraße, im Süden an die Bezirke Wieden und Mariahilf, im Westen an den 7. Bezirk Neubau und den 8. Bezirk Josefstadt sowie im Norden an den Alsergrund. Die Grenze zu diesen Bezirken verläuft ab der Urania folgendermaßen: Wienfluss, Lothringerstraße, Karlsplatz, Getreidemarkt, Museumsplatz, Museumstraße, Auerspergstraße, Landesgerichtsstraße, Universitätsstraße, Maria-Theresien-Straße und Donaukanal.
Eine statistische Gliederung des Bezirksgebiets besteht in den Zählbezirken, in denen die Zählsprengel des Gemeindebezirks zusammengefasst sind. Die sieben Zählbezirke in der Inneren Stadt sind Altstadt-Ost, Stubenviertel, Opernviertel, Regierungsviertel, Börseviertel, Altstadt-West und Altstadt-Mitte.
Geschichte
siehe Hauptartikel: Geschichte Wiens
Die Ursprünge der Inneren Stadt reichen zurück bis zu einer keltischen Siedlung und dem später errichteten römischen Legionslager Vindobona. Bis zur Eingemeindung der Vorstädte im Jahr 1850 war die Geschichte der Stadt Wien zugleich jene des heutigen 1. Bezirks. Aber auch danach blieb die Innenstadt das politische, wirtschaftliche und geistliche Zentrum der Stadt.
Bevölkerung
Bevölkerungsentwicklung Daten lt. Statistik Austria [2] |
Bevölkerungsentwicklung
Im Jahre 1869 lebten im Bezirksgebiet 68.079 Menschen. Seit dem Höchststand von fast 73.000 Einwohnern im Jahre 1880 war die Bevölkerungsentwicklung rückläufig. Im Jahre 2009 wurde mit knapp unter 17.000 Menschen der niedrigste Wert verzeichnet. Die Innere Stadt ist der bevölkerungsärmste Bezirk in Wien.
Bevölkerungsstruktur
Der Anteil der Menschen, die 60 Jahre und älter sind, ist mit 28,1 % überdurchschnittlich, da im gesamten Wiener Stadtgebiet dieser Anteil 22,2 % beträgt. Der Anteil der Bevölkerung unter 15 Jahren betrug 9,8 %. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung liegt mit 53,3 % ebenfalls über dem Durchschnitt Wiens.[2]
Herkunft und Sprache
Der Anteil der Einwohner mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag 2001 mit 15,5 % rund 2 % unter dem Durchschnitt Wiens. Dabei hatten 2,8 % der Bevölkerung eine Staatsbürgerschaft eines EU-Landes (außer Deutschland) und 2,7 % eine Staatsbürgerschaft von Serbien oder Montenegro. 2,2 % waren deutsche Staatsbürger, der Rest sonstige Ausländer. Insgesamt waren 2001 etwa 25,6 % der Bevölkerung in einem anderen Land geboren, daher gaben auch etwa 79 % der Einwohner der Inneren Stadt Deutsch als Umgangssprache an. Weitere 4,0 % sprachen hauptsächlich Serbisch, 1,8 % Ungarisch und 1,4 % Kroatisch sowie 14,3 % andere Sprachen.[2]
Religionsbekenntnis
Der Anteil der Menschen mit römisch-katholischem Bekenntnis beträgt 51,3 %. Es gibt im Gemeindebezirk sechs römisch-katholische Pfarren, die das Stadtdekanat 1 bilden. Anteilsmäßig hinter den Personen mit römisch-katholischem Bekenntnis folgen 6,6 % mit evangelischem Glauben und 5,1 % mit orthodoxem Bekenntnis. Die Anhänger des jüdischen Glaubens liegen mit 3,3 % an der vierten Stelle. 22,7 % der Bezirkseinwohner sind ohne religiöses Bekenntnis.[2]
Politik
| Bezirksvorsteher | |
|---|---|
| Anton Picker (CS) | 1890–1903 |
| Josef Wieninger (CS) | 1903–1925 |
| Otto Urbach (SDAP) | 1932–1934 |
| Eduard Siegmeth (VF) | 1934–1938 |
| Theodor Köpl (KPÖ) | 4/1945–7/1945 |
| Fritz Schuckeld (SPÖ) | 7/1945–10/1945 |
| Adolf Planek (SPÖ) | 10/1945–1946 |
| August Altmutter (ÖVP) | 1946–1948 |
| Franz Eichberger (ÖVP) | 1948–1951 |
| Otto Friesinger (ÖVP) | 1951–1968 |
| Heinrich Anton Heinz (ÖVP) | 1968–1987 |
| Richard Schmitz (ÖVP) | 1987–2001 |
| Franz Grundwalt (ÖVP) | 2001–2005 |
| Ursula Stenzel (ÖVP) | 2005– |
Die ÖVP stellt seit 1946 durchgehend den Bezirksvorsteher, allerdings sank der Vorsprung der ÖVP auf die SPÖ über die Jahrzehnte immer mehr ab. 1996 verlor sie stark und erreichte nur noch 38,21 % (minus 8,16 %) während die FPÖ mit einem Gewinn von 3,72 % und insgesamt 19,65 % erstmals den zweiten Platz erreichte. Die SPÖ musste sich mit 18,90 % und herben Verlusten geschlagen geben. Mit jeweils rund 11 % lagen die Grünen knapp vor dem erstmals angetretenen Liberalen Forum. Bei den Wahlen 2001 setzte sich der Sinkflug der ÖVP fort. Sie erreichte mit 33,11 % nur noch 14 Mandate, während ihr die SPÖ nach einem deutlichen Plus mit 11 Mandaten erstmals nahe kam (25,64 %). Die FPÖ (17,68 %) verlor bei dieser Wahl leicht und konnte die Grünen (17,34 %) nur noch knapp auf Platz vier verweisen (jeweils 7 Mandate). Das LIF verlor hingegen massiv und kam nur noch auf ein Mandat. Bei den Bezirksvertretungswahlen 2005 rechntete sich die SPÖ auf Grund von schlechten Umfragedaten des Bezirksvorstehers Franz Grundwalt erstmals Chancen auf den Bezirksvorsteher aus. Daraufhin bot die ÖVP als Spitzenkandidatin die EU-Parlamentarierin Ursula Stenzel auf, die den bisherigen Bezirksvorsteher Grundwalt, einen im ersten Bezirk aktiven Gastronomen, ersetzte. Grundwalt konterte damit, dass er gegen Ende seines Mandats seinen SPÖ-Stellvertreter Georg Niedermühlbichler mit der interimistischen Amtsführung beauftragte. Stenzel sprach sich dafür aus, weniger öffentliche und für Lärm sorgende Veranstaltungen auf Plätzen des ersten Bezirks zu gestatten und die City zu einem für ihre Bewohner lebenswerten Stadtteil zu entwickeln, wozu für sie auch die Bekämpfung der Drogenkriminalität gehörte. Die Kandidatin wurde für ihre Vorschläge zumal von der SPÖ heftig kritisiert. Stenzel konnte schließlich einen fulminanten Wahlsieg erzielen. Sie gewann 10,21 % hinzu und erreichte mit 43,32 % wiederum den ersten Platz. Die SPÖ blieb trotz eines Zugewinns von 4,20 % mit 29,84 % klar hinter der ÖVP. Die Grünen legten im Bezirk leicht auf 18,30 % zu, während die FPÖ mit einem Minus von 11,60 % auf 6,08 % abstürzte. LIF, KPÖ und BZÖ blieben jeweils unter einem Prozent und damit ohne Mandat.
| Jahr | SPÖ | ÖVP | FPÖ | Grüne | LIF | Sonstige |
| 1991 | 23,59 | 46,36 | 15,93 | 12,01 | n.k | 2,11 |
| 1996 | 18,90 | 38,21 | 19,65 | 11,35 | 11,27 | 0,62 |
| 2001 | 25,64 | 33,11 | 17,68 | 17,34 | 4,41 | 1,82 |
| 2005 | 29,84 | 43,32 | 6,08 | 18,30 | 0,73 | 1,73 |
Wappen
Das Wappen des 1. Bezirks zeigt ein weißes Kreuz auf rotem Grund. Es ist gleichzeitig auch das Wiener Wappen.
Das heute verwendete Wappen ist erstmals aus den 70er Jahren des 13. Jahrhunderts belegt, wo es auf die so genannten „Wiener Pfennige“ geprägt wurde. Vermutet wird, dass das Wappen auf die Fahne der königlichen Truppen im Mittelalter zurückgeht, da die Sturmfahne der Truppen zur Zeit Rudolfs I. ähnlich gestaltet war.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Sehenswürdigkeiten
- Stephansdom
- Hofburg
- Wiener Staatsoper
- Burgtheater
- Wiener Rathaus
- Virgilkapelle
- Pestsäule
- Minoritenkirche
- Peterskirche
- Ruprechtskirche
- Schottenstift
- Die Kirche Maria am Gestade
- Am Hof
- Hoher Markt
- Judenplatz
- Der Donnerbrunnen auf dem Neuen Markt
- Schönlaterngasse mit Basiliskenhaus
- Jesuitenkirche
Um die alte Stadt führt seit der Schleifung der Stadtmauern die Ringstraße, die mit ihren Gebäuden auch noch zum 1. Bezirk gehört.
Als einzige Synagoge Wiens überstand der Stadttempel in der Seitenstettengasse 4 die Reichspogromnacht trotz erheblicher Verwüstung.
Museen
Die Innere Stadt ist mit mehr als 60 Museen der Bezirk mit den meisten Museen in Wien. Das meistbesuchte Museum im Bezirk und nach dem Schloss Schönbrunn das meistbesuchte Museum Wiens ist die graphische Sammlung der Albertina, mit etwa 65.000 Zeichnungen und über 1 Million druckgrafischer Blätter eine der größten und bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt. Ebenfalls zu den meistbesuchten Museen zählt die Hofburg (Kaiserappartements, Sisi Museum und Silberkammer), die einen Einblick in das Leben der Habsburger gewährt. Zu den bekanntesten Museen Wiens gehören auch das Kunsthistorische Museum und das Naturhistorische Museum, deren Bestände auf die Sammlungen der Habsburger zurückgehen. Neben weiteren Museen der bildenden Künste, wie dem Wiener Secessionsgebäude, dem Wiener Künstlerhaus, dem Bank Austria Kunstforum und der Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste, befinden sich auch die Sammlungen der Österreichischen Nationalbibliothek (Papyrusmuseum, Kartensammlung und Globensammlung) in der Inneren Stadt. Weitere bedeutende Museen sind das Jüdische Museum und das Museum für Völkerkunde. Kleinere Spezialmuseen wie das Uhrenmuseum oder das Teddybärmuseum ergänzen das Angebot.
Städtepartnerschaften
Siehe auch
Einzelnachweise
- ↑ Statistik Austria [1]
- ↑ a b c Statistik Austria – Volkszählung 2001
- ↑ Stadt Wien – Wiener Gemeinderats- und Bezirksvertretungswahlen
- ↑ Japan-Austria 2009, Sister City. Österreichische Botschaft Tokio. Abgerufen am 12. Januar 2009.
Literatur
- Ernst Grabovszki: Innere Stadt, Wien, 1. Bezirk. Verlag Sutton, Erfurt 2002, ISBN 3-89702-467-5
- Ingeborg Gaisbauer: Wien I, Tuchlauben 17: Baustrukturabfolge und keramisches Fundmaterial von der Römerzeit bis zum späten Mittelalter. Diplom-Arbeit, Universität Wien, 2002
- Elisabeth Lichtenberger: Die Wiener Altstadt: von der mittelalterlichen Bürgerstadt zur City. Deuticke, Wien 1971, ISBN 3-7005-4428-6
- Henriette Mandl: Wiener Altstadt-Spaziergänge. Ueberreuter, Wien 1987, ISBN 3-8000-3238-4
- Manfred Wehdorn: Wien. Das historische Zentrum: Weltkulturerbe der UNESCO. Springer, Wien 2004, ISBN 3-211-20157-2
Commons: Innere Stadt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
- Innere Stadt auf wien.gv.at
- Artikel Innere Stadt (Wien) im Österreich-Lexikon von aeiou
- Geschichte der Inneren Stadt bzw. des alten Wiens
- Ausführliche Begründung der UNESCO für die Aufnahme der Wiener Innenstadt in das Weltkulturerbe (englisch und französisch)
Augustinerkloster | Barbarakirche | Deutschordenskirche | Dominikanerkirche | Franziskanerkirche | Hl. Dreifaltigkeit | Jesuitenkirche | Kapuzinerkirche | Kirche am Hof | Lutherische Stadtkirche | Malteserkirche | Michaelerkirche | Minoritenkirche | Maria am Gestade | Peterskirche | Reformierte Stadtkirche | Ruprechtskirche | Schottenstift | St. Anna | St. Georg | St. Salvator | St. Ursula | Stadttempel | Stephansdom
I. Innere Stadt | II. Leopoldstadt | III. Landstraße | IV. Wieden | V. Margareten | VI. Mariahilf | VII. Neubau | VIII. Josefstadt | IX. Alsergrund | X. Favoriten | XI. Simmering | XII. Meidling | XIII. Hietzing | XIV. Penzing | XV. Rudolfsheim-Fünfhaus | XVI. Ottakring | XVII. Hernals | XVIII. Währing | XIX. Döbling | XX. Brigittenau | XXI. Floridsdorf | XXII. Donaustadt | XXIII. Liesing