HANDYTARIFER  

Hermann Thimig

Hermann Thimig (* 3. Oktober 1890 in Wien; † 7. Juli 1982 in Wien) war ein österreichischer Theater- und Filmschauspieler und Regisseur.

Leben

Grabstätte auf dem Sieveringer Friedhof

Hermann Thimig stammt aus einer berühmten Schauspielerfamilie. Sein Vater, Hugo Thimig, war Schauspieler, Regisseur und Direktor des Burgtheaters. Auch seine Geschwister Helene Thimig und Hans Thimig, mit denen er am Theater und in Filmen mehrfach zusammenarbeitete, waren Schauspieler.

Schon während seiner Schullaufbahn an der Volksschule und dem Gymnasium in Wien sowie in verschiedenen Landeserziehungsheimen wirkte Thimig in Laiengruppen und Privataufführungen mit. Nach dem einjährigen Militärdienst in Wien erhielt er sein erstes Engagement am Hoftheater in Meiningen (1910-1914), welches allerdings durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen wurde.

Als Thimig 1915 wegen einer schweren Furunkulose für frontuntauglich erklärt wurde, nutzte er seinen Heimaturlaub, um am königlichen Schauspielhaus in Berlin zu gastieren und spielte dort zunächst an der Volksbühne.

Ein Wechsel in das Max-Reinhardt-Ensemble am Deutschen Theater brachte für Thimig 1916 den Durchbruch. Im selben Jahr debütierte er auch in dem Film Die Gräfin Heyers und war Filmpartner von Ossi Oswalda und Henny Porten. 1918 führte er erstmals am Theater des Westens Regie. Er trat in drei Filmen Ernst Lubitschs auf, darunter als schüchterner Bandit in Die Bergkatze (1921).

Mit dem Tonfilm wendete Thimig sich vom Theater ab und wirkte hauptsächlich in Filmoperetten und Komödien mit. Erst Mitte der 1930er Jahre kehrte er zum Theater zurück, wo er vornehmlich Rollen von älteren Herren übernahm. Diese spielte er auch im Film bis in die Nachkriegszeit. Nach dem Anschluss Österreichs wurde er 1938 zum Staatsschauspieler ernannt.[1] In der Endphase des Zweiten Weltkriegs nahm ihn Adolf Hitler im August 1944 in die Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten Künstler auf,[1] was ihn von einem Kriegseinsatz, auch an der Heimatfront befreite.

1965 wurde er Ehrenmitglied des Burgtheaters und 1969 erhielt er das Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film.

Aus seiner ersten Ehe mit der Schauspielerin Hanna Thimig geb. Wisser stammt eine Tochter (Christine Pilchowski geb.Thimig). Aus zweiter Ehe mit der Schauspielerin Vilma Degischer stammen zwei Töchter (Hedwig u. Johanna Thimig).

Er ruht in einem ehrenhalber gewidmeten Grab auf dem Sieveringer Friedhof (Abt. 2, Gruppe 13, Nummer 76) in Wien, neben seiner Gattin.

deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  • Literatur von und über Hermann Thimig im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Fotos von Hermann Thimig
  • Artikel Hermann Thimig im Österreich-Lexikon von aeiou
  • Einzelnachweise

    1. a b Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, S. 611.

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