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Henny Porten

Henny Porten, 1922

Henny Frieda Ulricke Porten (* 7. Januar 1890 in Magdeburg; † 15. Oktober 1960 in Berlin) war Schauspielerin und ein Star des deutschen Stummfilms.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Gedenktafel am Hause Albrechtstraße 40, Berlin-Steglitz

Noch im Jahr ihrer Geburt zog die Familie Porten von Magdeburg in das Ruhrgebiet. Der Vater Franz Porten hatte in Dortmund die Leitung des Stadttheaters übernommen, nachdem er in Magdeburg als Opernsänger tätig war. 1895 zog die Familie dann nach Berlin. Hier besuchte Porten die Schule.

Über ihren Vater und dessen Freundschaft zum Filmproduzenten Oskar Messter hatte sie ab 1906 erste Auftritte vor der Kamera unter der Regie ihres Vaters. Ihr Debütfilm hieß Meißner Porzellan. 1911 wurde nach dem Drehbuch ihrer Schwester Rosa Porten Das Liebesglück der Blinden gedreht, der erste Film mit einer in sich geschlossenen Handlung. In den gesamten 1910er Jahren war sie aktiv beim Film tätig und avancierte zur beliebtesten Darstellerin des deutschen Publikums. Am 10. Oktober 1912 heiratete sie den Schauspieler und Regisseur Curt A. Stark, der mehrere Filme mit ihr als Hauptdarstellerin inszenierte. Stark fiel 1916 im Ersten Weltkrieg.

1919 folgte der Film Irrungen mit einer sozialkritischen Handlung. Im gleichen Jahr spielte sie in einer Verfilmung von Gerhart Hauptmanns Drama Rose Bernd. Sie arbeitete dann mit bekannten Regisseuren und Schauspielern wie Ernst Lubitsch und Emil Jannings 1920 in Anna Boleyn und im selben Jahr in Kohlhiesels Töchter. 1921 folgte mit Ewald André Dupont Geierwally und mit Leopold Jessner in Hintertreppe, sowie 1923 mit Werner Krauß in I.N.R.I..

Porten gründete 1919 eine eigene Film-Produktionsgesellschaft, die 1924 mit der Firma von Carl Froelich fusionierte. Dem Tonfilm begegnete sie zunächst nur mit erheblicher Skepsis, gab jedoch 1930 mit dem Film Skandal um Eva ihr erfolgreiches Debüt.

Henny Porten mit Oskar Messter, 1935

Am 24. Juni 1921 heiratete sie in zweiter Ehe den jüdischen Arzt Wilhelm von Kaufmann-Asser (1888–1959), damals Leiter des Sanatoriums „Wiggers Kurheim“, in Garmisch-Partenkirchen. Er übernahm von diesem Jahr an die Produktionsleitung ihrer Filme. 1933 weigerte sie sich, sich von ihrem jüdischen Mann zu trennen und wurde daher von den Nationalsozialisten boykottiert.

Nach dem Krieg war Porten für die DEFA tätig.

Ehrungen

1960 erhielt sie das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Henny Porten wuchs im Haus Albrechtstraße 40 in Steglitz auf, wo ihr zu Ehren eine Gedenktafel angebracht wurde. Sie lebte viele Jahre in dem Haus Kurfürstenstraße 58, in Tiergarten, dem heutigem Café Einstein. Ihr Ehrengrab liegt auf dem Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Friedhof am Fürstenbrunner Weg 69–79 in Charlottenburg. Ihre Geburtsstadt Magdeburg benannte ihr zu Ehren eine Straße (Henny-Porten-Straße).

Filme

  • 1911: Das Liebesglück einer Blinden
  • 1912: Der Schirm mit dem Schwan
  • 1913: Komtesse Ursel
  • 1914: Gretchen Wendland
  • 1915: Der Sieg des Herzens
  • 1915: Märtyrerin der Liebe
  • 1916: Abseits vom Glück
  • 1917: Die Prinzessin von Neutralien
  • 1918: Auf Probe gestellt
  • 1918: Agnes Arnau und ihre drei Freier
  • 1918: Das Maskenfest des Lebens
  • 1919: Irrungen
  • 1919: Rose Bernd
  • 1919: Monica Vogelsang
  • 1920: Kohlhiesels Töchter
  • 1920: Anna Boleyn
  • 1921: Geierwally
  • 1921: Hintertreppe
  • 1922: Frauenopfer
  • 1923: Die Liebe einer Königin
  • 1923: Das alte Gesetz
  • 1923: I.N.R.I.
  • 1924: Mutter und Kind
  • 1926: Rosen aus dem Süden
  • 1928: Liebe im Kuhstall
  • 1928: Lotte
  • 1929: Die Frau, die jeder liebt, bist Du!
  • 1929: Mutterliebe
  • 1929: Die Herrin und ihr Knecht
  • 1930: Skandal um Eva
  • 1931: 24 Stunden aus dem Leben einer Frau
  • 1934: Mutterliebe (Porten schrieb hierfür auch das Drehbuch)
  • 1935: Krach im Hinterhaus
  • 1938: War es der im 13. Stock?
  • 1941: Komödianten
  • 1942: Symphonie eines Lebens
  • 1943: Wenn der junge Wein blüht
  • 1943: Familie Buchholz
  • 1943: Neigungsehe
  • 1950: Absender unbekannt
  • 1954: Carola Lamberti – Eine vom Zirkus
  • 1955: Das Fräulein von Scuderi
  • 1958: Das gab’s nur einmal

Literatur

Literatur von und über Henny Porten im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Henny Porten bei Filmportal.de
  • Henny Porten in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  • Henny Porten Filmographie
  • Biographie im “Tagesspiegel”
  • Fotos von Henny Porten
  • Grab Henny Portens
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