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Georg von Siemens

Georg von Siemens

Georg von Siemens (* 21. Oktober 1839 in Torgau; † 23. Oktober 1901 in Berlin) war ein deutscher Bankier und Politiker.

Georg von Siemens war ein Neffe zweiten Grades der Erfinder und Industriellen Werner, Wilhelm und Carl (von) Siemens. Sein Vater, der Berliner Justizrat Johann Georg Siemens, stellte 1847 einen erheblichen Teil des Gründungskapitals der Firma Siemens & Halske bereit, aus welcher sich später die Siemens AG entwickelte.

Georg von Siemens studierte Jura in Heidelberg und arbeitete danach zunächst als Assessor am Landgericht Aachen. Ab 1867 übernahm er verschiedene Aufträge für die Firma Siemens & Halske, unter anderem in Persien.

Georg von Siemens als Bahnwärter der Bagdadbahn: Karikatur der „Lustigen Blätter“ von 1900

1870 wurde Siemens einer der Gründungsdirektoren der Deutschen Bank, als deren erster Vorstandssprecher er bis 1900 fungierte. In dieser Zeit entwickelte sich die Deutsche Bank zur einer der bedeutendsten Großbanken Deutschlands. Auf Siemens’ Initiative beteiligte sich die Deutsche Bank maßgeblich an der Finanzierung von Unternehmen wie Siemens & Halske, der AEG Emil Rathenaus, Mannesmann und der BASF. Ein anderer Schwerpunkt seiner Arbeit war die Finanzierung des internationalen Eisenbahnbaus, unter anderem im Osmanischen Reich (Bagdadbahn) und in den Vereinigten Staaten von Amerika (Northern Pacific Railway).

Berliner Villa von Georg von Siemens

Seit 1874 war Siemens mehrfach Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses und des Reichstages, zunächst als Nationalliberaler und später – nach der Spaltung der Nationalliberalen – als Angehöriger der 1884 von Eugen Richter und Franz von Stauffenberg gegründeten linksliberalen Deutschen Freisinnigen Partei. 1901 war Siemens als Nachfolger Johannes von Miquels für das Amt des preußischen Finanzministers im Gespräch, die Verschlechterung von Siemens’ Gesundheitszustand – Folge einer Krebserkrankung – vereitelte jedoch die Ernennung.

Georg von Siemens wurde 1899 geadelt. Er war mit Elise Görz verheiratet und hatte sechs Töchter. Seine zweite Tochter Marie heiratete den Archäologen und Museumsdirektor Theodor Wiegand, seine fünfte Tochter Annette den Volkswirt, Bankier und Politiker Karl Helfferich. Helfferich ist der Autor einer dreibändigen Biographie über Georg von Siemens.

Literatur

  • Karl Helfferich: Georg von Siemens. Ein Lebensbild aus Deutschlands grosser Zeit. 3 Bände, Springer Verlag, Berlin 1921.

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