Eurocopter Tiger
| Eurocopter Tiger | ||
|---|---|---|
Eurocopter „Tiger“ des französischen Heeres | ||
| Typ: | Mehrzweckkampfhubschrauber | |
| Entwurfsland: | ||
| Hersteller: | Eurocopter Group | |
| Erstflug: | 27. April 1991 | |
| Indienststellung: | 2003 | |
| Produktionszeit: | Seit März 2002 in Serienproduktion | |
| Stückzahl: | 206 (Stand: Ende 2007) | |
Der Eurocopter Tiger ist ein deutsch-französischer Kampfhubschrauber. Die offizielle Herstellerbezeichnung lautet EC 665. In Deutschland war er ursprünglich als Panzerabwehrhubschrauber 2 (PAH-2) bekannt, wird aber von der Bundeswehr inzwischen offiziell als UHT (Unterstützungshubschrauber Tiger) bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Entwicklung
1984 stellten die deutsche und die französische Regierung einen Anforderungskatalog für einen modernen Mehrzweck-Kampfhubschrauber zusammen. Ein aus der französischen Aérospatiale und der deutschen MBB bestehendes Joint-Venture wurde später als Hersteller der Wahl festgelegt.
Wegen hoher Kosten wurde das Programm 1986 zunächst abgebrochen, 1987 aber dennoch weitergeführt.
Im November 1989 erhielt das Konsortium den Auftrag zum Bau von fünf Prototypen. Drei sollten unbewaffnete Testplattformen werden, und je einer der beiden übrigen Prototypen in der deutschen Panzerabwehr-Version und der französischen Eskorthelikopter- und Feuerunterstützungs-Variante ausgerüstet werden. Mit dem Bau des Tiger-Triebwerks MTR390-2C wurde das 1989 gegründete Konsortium MTU Tubomeca Rolls-Royce GmbH (MTR) in Hallbergmoos bei München beauftragt.
Nach dem Fall der Berliner Mauer wurde das deutsche Konzept des reinen Panzerabwehrhubschraubers (PAH 2) überarbeitet und mündete in einer Mehrzweckversion (UHT), die sowohl die Aufgaben der Panzerabwehr- sowie der Eskort- bzw. Feuerunterstützungs-Variante vereint. Der erste Prototyp flog im April 1991. Als die Hubschrauber-Sparten von Aerospatiale und MBB 1992 in der Eurocopter Group aufgingen, wurde auch das Tiger-Programm in den neuen Konzern eingebracht.
Der erste große öffentliche Auftritt des neuen Hubschraubers fand in dem 1995 produzierten James Bond-Film GoldenEye statt.
Die Serienproduktion des Tigers begann im März 2002. Der Erstflug eines in Serie gefertigten Tiger HAP für die französische Armee fand im März 2003 statt. Die Endauslieferung der ersten von 80 seitens Frankreichs bestellten Helikoptern begann im September 2003. Ende 2003 wurde auch mit der Auslieferung des ersten deutschen UH-Tiger an das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) begonnen, wo er diverse Tests durchlief. 2005 wurden erste deutsche Serien-Tiger an die deutsch-französische Flugschule in Le Luc überführt, wo sie der Pilotenausbildung dienen. Ab 2008 sollen die Kampfhubschrauberregimenter in Fritzlar und später Roth ausgestattet werden. Der Tiger ersetzt in diesen Regimentern den deutschen PAH-1. Die Vorteile des Tigers gegenüber dem PAH-1 liegen vor allem in der besseren und flexibleren Bewaffnung, der hohen Wendigkeit und Schnelligkeit, der modernen Technik und der Verwendung moderner Verbundwerkstoffe, die höhere Crashsicherheit und Beschussfestigkeit bei geringerem Gewicht gewährleisten.
Eurocopter platziert die EC 665 als Konkurrenz zu Boeings AH-64 Apache. Hier erlitt Eurocopter jedoch anfangs einen herben Rückschlag, als sich Großbritannien bei einem Großauftrag über 67 Kampfhubschrauber gegen den Tiger und für den Apache entschied. Im Dezember 2001 konnte Eurocopter jedoch mit der australischen Regierung einen Vertrag über die Lieferung von 22 als Aufklärer konfigurierten Tiger ARH abschließen. Die ersten Tiger ARH wurden Ende 2004 an Australien geliefert.
Im September 2003 wählte Spanien eine Variante der HAD-Version für den Dienst in der spanischen Armee aus. Die 24 bestellten Hubschrauber dieses Typs können mit Trigat-, Spike- und Mistral-Raketen bewaffnet werden. Des Weiteren werden sie mit verbesserten Turbinen des Typs MTR390-E ausgerüstet, um größere Nutzlasten tragen zu können. Die Auslieferung soll etwa 2010–2014 erfolgen.
Prototypen
- PT1/F-ZWWW: Aerodynamikprototyp mit simpler Avionik, Erstflug am 27. April 1991. Der Prototyp war mit Mock-ups des Dach- und Mastvisiers, der Turmmaschinenkanone und Waffenbehältern ausgestattet. Wurde danach für Strukturbelastungstests und ab 1996 als Ausstellungsstück verwendet. Flog 502 Stunden.
- PT2/F-ZWWY: Roll out am 9. November 1992, Erstflug am 22. April 1993. Entspricht aerodynamisch der HAP-Version und enthielt die komplette Avionik. Wurde für Messungen des Radarquerschnitts und Optimierung der Tarneigenschaften verwendet. Wurde im November 1996 zur HAP-Version hochgerüstet und fortan PT2R genannt. Mistral Schusstests am 14/15. Dezember 1998, Tests mit ungelenkten Raketen im Juni 1999. Zwischen 4. April und 12. Mai 2000 als PT2R2 für HAP-Qualifikationstest in Landes verwendet. 2001 als PT2X bezeichnet und für HOT3-Tests verwendet. Ab Mai 2002 für Decklandungen auf der TCD Siroco verwendet.
- PT3/9823: Volle Avionik (inklusive Autopilot und Navigationssystem), Jungfernflug am 19. November 1993 als F-ZWWT. Der Umbau zum UHT begann im Februar 1997, daraufhin als PT3R bezeichnet. Im Juni 1999 Raketenschüsse auf große Entfernungen, nachts und unter widrigen Sichtverhältnissen, Wüstentests auf der Bateen AB in Abu Dhabi im September 1999.
- PT4/F-ZWWU: HAP-Konfiguration und Avionik (inklusive TopOwl-Helmvisier und Schussfähig), Erstflug am 15. Dezember 1994. Dachvisiertests Anfang 1995, im April in Toulon Tests mit der Bordmaschinenkanone. Der Volltest begann am 21. September 1995 in Cazaux. Ende November 1995 bis 1997 dauerten die umfangreichen Kanonen- und Mistraltests. Wurden in drei-farben-Tarnschema lackiert. Wintertests in Schweden 1997 mit Kufen. Stürzte am 17. Februar 1998 beim nächtlichen Tiefstflug in Australien ab.
- PT5/9825: Volles UHT-Avionikpaket, Erstflug am 21. Februar 1996. Wurde für den Test deutscher Waffensysteme mit Osiris-Mastvisier verwendet (Stinger, HOT2 und 12,7-mm-Gunpod). Umgebaut als PT5R bezeichnet mit Waffensystem auf Produktionsstandart, Erstflug am 8. Oktober 1999.
- PT6: Für Belastungs-, Ermüdungs- und Chrashtests verwendet.
- PT7: Für Belastungs-, Ermüdungs- und Chrashtests verwendet.
- PS1/F-ZVLJ: Vorserien HAP in Marignane mit Serienproduktionsmaschinen und -Abläufen erbaut. Baubeginn 1998, Jungfernflug am 21. Dezember 2000. Diente der Optimierung der Produktionsabläufe.
- UHT S01/9826: Erster Serientiger, Rollout am 22. März, Erstflug am 2. August 2002. Ersetzte bei den Tests PT5R.
- HAP S01: Erster französischer Serientiger, Erstflug (F-ZKDB) am 26. März 2003, am Juli 2003 an die französische Armee übergeben.
Technik
Rumpf
Die Serienausführung ist eine schlanke Konstruktion, mit einem widerstandsarmen Rumpf, der zu 80% aus Verbundswerkstoffen besteht, wodurch eine geringere Radarsignatur erreicht und die Crash-Sicherheit erhöht wird. Um eine möglichst hohe Crash-Sicherheit zu gewährleisten wurde die Zelle des Helikopters mit Sollbruchstellen versehen, die beim Absturz die Überlebenswahrscheinlichkeit der Besatzung erheblich steigern sollen. Bei einer Sinkgeschwindigkeit von 10,5 m/s vertikaler Geschwindigkeit, 8 m/s Seiten- und 12 m/s Längsgeschwindigkeit ist die geforderte Überlebenswahrscheinlichkeit somit sichergestellt. Zum Schutz vor feindlichem Radar trägt auch eine strahlungsarme Lackierung mit radarabsorbierender Beschichtung bei. An den Seiten des Rumpfes sitzen zwei Stummelflügel, die für die Waffenaufnahme zuständig sind. Das Cockpit ist kampfhubschraubertypisch in Tandemanordnung aufgebaut und mit kugelsicherem Glas versehen. Am Bug befindet sich ein Kanonendrehturm (im Moment nur beim HAP). Der gesamte Helikopter ist gegen elektromagnetische Impulse einer Atombombe oder gegen Blitzeinschlag abgeschirmt. Hierzu trägt ein Bronzedrahtgeflecht bei, welches über die Zellhaut gezogen wurde. Außerdem ist der Tiger fähig, in ABC-verseuchten Gebieten zu operieren.
Antriebskomponenten
Angetrieben wird der Helikopter von zwei Rolls-Royce/ Turboméca/ MTU MTR 390 Triebwerken. Die beiden nur 1,08 m langen und 169 kg leichten Triebwerke können den Tiger ohne Bewaffnung und Mastvisier auf eine Spitzengeschwindigkeit von 315 km/h bringen. Da das aber, wie man sich sicher denken kann, für den Kampf ziemliche Nachteile hätte, schafft er im Einsatz (mit Mastvisier und Bewaffnung) nur 290 km/h Spitze. Das Getriebe kann 30 min. lang ungeölt laufen. Bei Ausfall eines Triebwerkes ist der Helikopter auch mit nur einem Triebwerk noch in der Lage seinen Kampfauftrag zu erfüllen. Dank des günstigen Leistungs-/Geschwindigkeitsverhältnisses und der extrem leistungsfähigen Antriebskomponente und des gelenklosen Hauptrotors, der aus Faserverbundwerkstoffen besteht, ist der Tiger der derzeit agilste Kampfhubschrauber der Welt. Der Haupt- wie auch der Heckrotor sind gegen MG-Beschuss und Vogelschlag resistent, außerdem sind die beiden Rotoren geräusch- und vibrationsarm. Die wichtigsten Konstruktionsmerkmale des MTR 390 Triebwerks sind:
- FADEC (Fully Automatic Digital Engine Control)
- automatisches Anlassen, Zyklusberechnungen, Lastausgleich, Grenzüberwachung
- elektronische Triebwerksregelung und Überwachung
- Doppelradialverdichter für robusten Betrieb
- modularer Aufbau
- Bedarfsinstandsetzung mit geringer Anzahl von Standardwerkzeugen
Um zu verhindern, dass der Helikopter durch Infrarotsensoren entdeckt werden kann, werden die Abgase vor dem Austritt mit Kaltluft vermischt. Zusätzlich werden sie gegen den Rotorluftstrom gedrückt, wodurch sie nochmals abgekühlt werden.
Konstruktion
Flugzelle
Der Tiger ist ein Kampfhubschrauber in klassischer Haupt- und Heckrotor Konfiguration. Anders als in allen derzeit weltweit angebotenen Kampfhubschraubern sitzt der Pilot im Tiger auf dem Vordersitz und der Bordschütze hinten. Um die Sicht für den hinten sitzenden Schützen zu verbessern, sind die Sitze höhenversetzt hintereinander angeordnet. Zum Schutz vor Kollisionen mit Überlandleitungen befindet sich links auf dem Cockpitdach ein Kabelschneider. Die Frontscheiben sind mit Scheibenwischern ausgestattet.
Die Flugzelle besteht zu 80 % aus mit Kohlefasern, Aramidfasern und Glasfasern verstärktem Kunststoff, Nomexwaben und Hartschäumen. Die Stummelflügel bestehen aus Aluminiumspanten mit CFK-Rippen und CFK-Außenhaut. Die Kunststoffbauweise senkt aufgrund der hohen Lebensdauer der Flugzeugzelle die Wartungskosten. Im Gegensatz zur Aluminium- und Stahlbauweise unterliegt das Material einer wesentlich geringeren Materialermüdung und keiner Korrosion. 11 % der Leermasse entfallen auf Aluminiumlegierungen und weitere 6 % auf Titanlegierungen.
Die vordere Rumpfsektion mit den Cockpits sowie die Rotorblätter und -nabe werden in Donauwörth gefertigt, die Mittelsektion mit den Waffenpylonen und den Triebwerken sowie das Fahrwerk und der Heckrotor werden im französischen Marignane gefertigt. Der Heckausleger mit den Leitwerken wird im spanischen Albacete montiert.[1] Die Endmontage der Maschinen findet jeweils in Donauwörth, Marignane, Albacete oder Australien statt.
Antrieb
Angetrieben wird der Helikopter von zwei Rolls-Royce/Turboméca/MTU MTR-390-Triebwerken, die mit einer APU angelassen werden.[2] Zum Schutz vor FOD sind die Triebwerksansaugöffnungen mit Schutzgittern versehen. Im darauf folgenden Doppelradialverdichter wird die Ansaugluft auf ein Druckverhältnis von 13:1 verdichtet. Das Triebwerk ist mit einer Reverse-Flow Ringbrennkammer ausgestattet, die darauf folgenden Axialturbinen treiben die Verdichter an und stellen bis zu 958 kW Wellenleistung zur Verfügung. Die weiterentwickelte Version MTR-390-E besitzt ein höheres Verdichtungsverhältnis von 14:1 und 1094 kW Wellenleistung, ist allerdings etwas schwerer als das ursprüngliche 169 kg leichte Triebwerk. Die beiden FADEC-gesteuerten Triebwerksmodelle sind nur 1,078 m lang, 442 mm breit und 682 mm hoch und hauptsächlich aus Titanlegierungen gefertigt und modular aufgebaut. Sie können den Tiger ohne Bewaffnung und Mastvisier auf eine Spitzengeschwindigkeit von 315 km/h (mit Mast 290 km/h) bringen. Bei Ausfall eines Triebwerkes ist der Helikopter noch in der Lage, seinen Kampfauftrag zu erfüllen, wenn er nicht schwerer als 5,9 Tonnen ist.
Das Hauptgetriebe ist ebenfalls aus Titanlegierungen gefertigt und soll nach Anforderungen 30 Minuten ungeölt laufen können, in Tests wurden bis zu 65 Minuten erreicht.[3] Dank des günstigen Leistungsgewichts und des gelenklosen vierblättrigen Hauptrotors mit einem Rotorkopf aus einer Titanlegierung und Rotorblättern aus glasfaserverstärktem Kunststoff, ist der Tiger der derzeit agilste Kampfhubschrauber der Welt. Die Rotorblätter können in etwa 6 bis 7 Minuten gefaltet werden, was den Tiger luft- und seetransporttauglich macht.
Selbstschutz
Der Tiger ist mit einem sehr modernen und ausgereiften Selbstschutzsystem ausgestattet. Es besteht aus einer passiven Radar-Warnanlage (RWR), einer Laser-Warnanlage (LWR) und einer Flugkörper-Warnanlage (MLD). RWR und LWR übermitteln der Besatzung Daten von feindlichen Such- und Feuerleitradargeräten, Folgeradars, Dauerstrichbeleuchtern (CIW) und Laser-gelenkten Waffen. Die Anlagen decken jeweils einen Bereich von 360° ab. Mit der RWR können auch zeitgleich mehrere Sendequellen erfasst, klassifiziert und die Richtung, aus denen sie kommen ermittelt werden. Die MLD warnt die Besatzung vor aktuellen Flugkörperbedrohungen. Durch die erhaltenen Daten der Warnanlagen kann die Besatzung entscheiden ob die Gegenmaßnahmen sofort und voll automatisch oder nach Ermessen der Besatzung durchgeführt werden sollen. Als Gegenmaßnahme werden Täuschkörper ausgestoßen. In einer Art Bedrohungsspeicher sind alle wichtigen Daten über die Bedrohung gespeichert, wie Flugparameter und mögliches Täuschungsprogramm. Der Tiger ist in der Lage, 144 Täuschkörper mitzuführen und verfügt über 100 verschiedene Ausstoßprogramme, die dafür sorgen sollen, dass ein sich nähernder Flugkörper von seinem aufgeschalteten Ziel abweicht.
Panzerung
Wie bei jedem Kampfhubschrauber wurde auch beim Tiger großen Wert auf eine hohe Überlebensfähigkeit gelegt. Die klimatisierte Kabine ist mit einem ABC-Filtersystem versehen, so dass der Helikopter auch in atomar, biologisch oder chemisch kontaminiertem Gebiet voll einsetzbar ist. Die Panzerung hält Beschuss aus 23-mm-Maschinenkanonen stand, der Haupt- wie auch der Heckrotor sind gegen schweren MG-Beschuss und Vogelschlag resistent. Die Treibstofftanks sind selbstabdichtend und mit einem System zur Explosionsunterdrückung ausgestattet.[4] Gegen Blitzschlag und elektromagnetische Impulse (EMP) ist eine vollständige Abschirmung durch ein in die Flugzelle eingearbeitetes Kupfer/Bronzegitter vorhanden. Die Flugzelle und Sitze sind dafür ausgelegt, bei einem Absturz die Aufschlagenergie zu absorbieren.
Tarnung
Obwohl der Tiger kein Tarnkappenhubschrauber ist und keine radarabsorbierenden Materialien verwendet werden, wurden mehrere Maßnahmen zur frontalen Signaturreduzierung unternommen. So beträgt die Frontsilhouette lediglich ~6 m². Die hohe Positionierung des Visiers erlaubt es, den Helikopter in Deckung zu halten und dabei das Gefechtsfeld zu überblicken. Die Faserverbundstruktur der Zelle sorgt für ein geringes Radarecho. Auf Krümmungen des Rumpfes, besonders konkave, wurde soweit wie möglich verzichtet. Von vorne eintreffende Radarstrahlung wird durch die Form der Flugzelle nach oben reflektiert, die Rotorblätter sind aus radardurchlässigem GFK. Die Trigat-Panzerabwehrraketen und ungelenkten Raketen werden in eckigen Startbehältern transportiert. Der Abgasstrahl der Triebwerke wird gekühlt, dafür befindet sich hinter der vergitterten Ansaugöffnung eines Triebwerks eine zweite Öffnung für die Kühlluft. Das gekühlte Abgas wird hinten ausgestoßen, wobei die verlängerte Unterseite die Einsicht von unten und vorne erschwert und im Downwash eine schnellere Vermischung mit Umgebungsluft stattfindet.
Raketenwarnsystem MILDS AN/AAR-60
Das AN/AAR-60 MILDS (Missile Launch Detection System) ist ein Raketenwarnsystem. Es benutzt vier bis sechs hochauflösende ungekühlte UV-Sensoren, um anfliegende Raketen anhand deren Abgasstrahls zu lokalisieren. Dadurch können auch passiv gelenkte Waffen wie FIM-92 Stinger und SA-18 Grouse geortet werden. Ein Sensor wiegt 20 kg. Das AN/AAR-60 besitzt eine Abdeckung von 360° in der Horizontalen und 95° in der Vertikalen und kann bis zu acht Lenkraketen gleichzeitig verfolgen. Das System ist mit den anderen Abwehrmaßnahmen gekoppelt, die Datenverarbeitung findet aber durch das MILDS selbst statt.[5][6]
Threat Warning Equipment
Das Threat Warning Equipment (TWE) wurde von Thales entwickelt und besteht aus einem breitbandigen Radarempfänger und einem Laserwarner von EADS sowie einer CPU zur Datenverarbeitung. Die Sensoren übermitteln der Besatzung Daten von feindlichen Radargeräten und lasergelenkten Waffen, die auf den Helikopter gerichtet sind. Der Radarwarner kann mehrere Sendequellen erfassen, klassifizieren und deren Richtung ermitteln. Das System steuert alle Selbstverteidigungsmaßnahmen des Kampfhubschraubers, wie das MILDS und Saphir-M, Gegenmaßnahmen werden entweder auf Eingabe der Besatzung oder vollautomatisch eingeleitet.[7]
Saphir-M
Das Saphir-M ist die Weiterentwicklung des Saphir-Täuschkörpersystems. Es wird auch im NH-90 verwendet. Es kann Täuschkörper gegen infrarot- und radargelenkte Waffen ausstoßen. Die Flares sind gegen schultergestützte Waffensysteme optimiert. Das Saphir-M ist mit dem TWE verbunden, von wo aus es automatisch oder manuell ausgelöst werden kann. Es besitzt zehn Magazine mit Gegenmaßnahmen; pro Magazin können 18 bis 72 Täuschkörper geladen werden. Es sind je nach Bedrohung verschiedene Ausstoßmodi wählbar, die durch den Hauptprozessor des Threat Warning Equipment ausgesucht werden.[8]
Avionik
Die Avionik umfasst unter anderem einen Autopilot und das EuroGrid[9] Battlefield Management System von EADS. Alle wichtigen Systeme sind entweder doppelt oder dreifach vorhanden und mit einem MIL-STD-1553-Datenbus vernetzt. Der Tiger ist nicht nur nachtflugfähig, sondern auch nachtkampffähig. Zur Bestimmung der eigenen Position sind ein GPS-Empfänger, zwei Laserkreisel von Thales, zwei Magnetometer, zwei Air Data Computers, ein CMA-2012-Dopplerradar[10] und diverse Pitotsonden vorhanden. Die Position der eigenen Hubschrauber sowie entdeckter Gegner wird auf einer topografischen Karte dargestellt; es ist möglich, die Position entdeckter Ziele an einen anderen Tiger weiterzugeben.Eine Anbindung an das Multifunctional Information Distribution System wie beim Eurofighter wurde nicht durchgeführt – ein Punkt, der vom Bundesrechnungshof heftig kritisiert wurde, da er die Fähigkeit zur netzwerkzentrierten Kriegführung erheblich einschränkt.
Allgemein
Der Helikopter ist mit Glascockpits ausgestattet.Die Instrumente des Piloten sind sehr übersichtlich angeordnet und in acht Hauptgruppen unterteilt. Über die zwei Multi-Funktions-Displays werden die Flugdaten, Triebwerksleistungen, Geschwindigkeit, Kurs, der künstliche Horizont und Navigationsinformationen dem Piloten mitgeteilt. Bei Ausfall eines MFD’s ist das zweite in der Lage, alle anderen Daten auch anzuzeigen. Rechts neben den MFD’s befindet sich eine Notinstrumentierung, auf die der Pilot zurückgreifen kann, falls beide MFD’s ausfallen sollten. Über den MFD’s befindet sich eine Alarm-Tafel, die Beschädigungen oder Fehlfunktionen anzeigt. Rechts und links ist die Kommunikationsinstrumentierung und die Waffenbedientafel installiert.
Die Aufgaben des Piloten sind:
- Flugführung des Hubschraubers
- kooperative Flugführung für vorbereitenden Waffeneinsatz durch den WSO
- Einsatz der Selbstschutzbewaffnung
- Flugverkehrs-Sprechfunk
Die Instrumente des Piloten sind sehr übersichtlich angeordnet und in acht Hauptgruppen unterteilt. Über die zwei Multi-Funktions-Displays werden die Flugdaten, Triebwerksleistungen, Geschwindigkeit, Kurs, der künstliche Horizont und Navigationsinformationen dem Piloten mitgeteilt. Bei Ausfall eines MFD’s ist das zweite in der Lage, alle anderen Daten auch anzuzeigen. Rechts neben den MFD’s befindet sich eine Notinstrumentierung, auf die der Pilot zurückgreifen kann, falls beide MFD’s ausfallen sollten. Über den MFD’s befindet sich eine Alarm-Tafel, die Beschädigungen oder Fehlfunktionen anzeigt. Rechts und links ist die Kommunikationsinstrumentierung und die Waffenbedientafel installiert.
Der Waffen System Offiziers hat ein zweigeteiltes Aufgabenspektrum. Ihm unterliegen zum einen:
- Missionsmanagement
- taktischer Funkverkehr
- taktische Führung/Einsatzführung des Helikopters
- zeitlich nicht dringlicher Waffeneinsatz
- Waffensystemmanagement
- Schutz- und Gegenmaßnahmen
- Einsatzvorbereitung für die Waffensysteme
Zum anderen unterliegen ihm, während er selbst den Helikopter steuert:
- Einsatz der Bewaffnung für den Selbstschutz
- Luftkampfspezifische Aufgaben
Das Cockpit des WSO ist nur geringfügig anders ausgefallen als das des Piloten. Die MFD’s sind hier untereinander angeordnet und die Alarm-Tafel ist rechts neben den beiden Bildschirmen montiert. Links daneben ist die Waffenauswahl- und bedientafel. Zusätzlich befinden sich im Cockpit des WSO noch ein Head-In-Display und ein Funkgerät.
Strix
Das Strix ist das Dachvisier des Tiger Kampfhubschraubers von SAGEM. Es enthält Infrarot- und CCD-TV-Kameras sowie eine direkte Optik und ein Ortungsgerät für HOT3-Lenkwaffen.[11] Ferner sind ein Laserentfernungsmesser und Laserzielbezeichner vorhanden, um eigene oder fremde lasergelenkte Waffen ins Ziel zu lenken (Buddy Lasing).[12] Mit Hilfe eines Laser spot trackers können Laserzielmarkierungen verbündeter Einheiten entdeckt und automatisch verfolgt werden. Der Schütze zielt mit Hilfe einer vom Kabinendach herunterhängenden Visiereinrichtung. Nachdem ein Ziel aufgeschaltet wurde, verfolgt das Strix es automatisch.[13]
Osiris
Das Osiris ist das Mastvisier des UH-Tigers von SAGEM. Durch die Mastmontierung kann der Helikopter vollständig in Deckung bleiben, während er Ziele sucht oder beobachtet, der erhöhte Luftwiderstand reduziert die Höchstgeschwindigkeit allerdings um 25 km/h. Das Osiris besteht aus Infrarot- und CCD-TV-Kameras sowie Laserentfernungsmesser und Zielbezeichner, ferner ist ein Ortungsgerät für die HOT3-Panzerabwehrraketen vorhanden. Der Schütze zielt mit Hilfe einer vom Kabinendach herunterhängenden Visiereinrichtung.[14] Nachdem ein Ziel aufgeschaltet wurde, wird es vom Osiris automatisch verfolgt. Mit dem Sensor ist es möglich, innerhalb von 8 Sekunden vier Trigat-Flugkörper auf verschiedene Ziele abzufeuern, ohne dabei aktiv Emissionen auszusenden. Ebenso können damit Ziele zu Aufklärungszwecken fotografiert werden.[15]
Pilot Sight Unit
Der UH-Tiger hat am Kinn statt einer Turmmaschinenkanone ein schwenk- und nickbares Forward Looking Infrared (FLIR) mit einem Sichtfeld von 40 × 30°. Das System kann mit der Helmbewegung des Piloten gekoppelt werden, dabei wird das Wärmebild auf das Head-Mounted Display des Piloten projiziert. Dadurch kann er den Hubschrauber auch unter widrigen Sichtverhältnissen fliegen. Ein ähnliches System kommt im EF-2000 zum Einsatz.
Helmsysteme
Französische, australische und spanische Tigerbesatzungen verwenden das TopOwl Head-Mounted Display von Thales Avionics.[16] Statt wie bei herkömmlichen Systemen sind links und rechts am Helm zwei restlichtverstärkende Kameras eingebaut, deren Bilder auf das Visier projiziert werden können, um konventionelle Nachtsichtgeräte zu ersetzen. Die natürlichere Gewichtsverteilung gegenüber konventionellen Nachtsichtgeräten reduziert die Belastung für die Nackenmuskulatur und ermöglicht ein weniger eingeschränktes Sichtfeld. Flugdaten und Informationen werden ebenfalls auf das Helmdisplay projiziert, so dass diese auch bei einem Blick aus den Seitenfenstern zur Verfügung stehen.[17] Der Helm ist mit Sensoren ausgestattet, welche die Kopfbewegungen erkennen, um das Dach- oder Mastvisier beziehungsweise die Turmmaschinenkanone entsprechend zu steuern. Die Helmfunktionen werden über HOCAS (Hand On Collective And Stick) gesteuert. Deutsche Tiger-Besatzungen verwenden hingegen den Knighthelm von BAE Systems mit ähnlichen Eigenschaften.
Kommunikation
Zur Datenübertragung sind Hochfrequenz- und VHF-Systeme sowie Link 16 vorhanden. Der Tiger kann auch über militärische Kommunikationssatelliten Daten senden und empfangen.
Technische Daten
| Kenngröße | Daten |
|---|---|
| Typ: | mittlerer Kampfhubschrauber |
| Besatzung: | Pilot und Bordschütze |
| Rumpflänge: | 14,08 m |
| Länge über Hauptrotor: | 15,80 m |
| Rotordurchmesser: | 13,00 m |
| Heckrotordurchmesser: | 2,70 m |
| Flügelspannweite: | 4,50 m (mit Außenlastträgern) |
| Höhe: |
|
| Leergewicht: | 3060 kg |
| Normales Startgewicht: |
|
| Maximales Startgewicht: |
|
| Interner Treibstoff: | 1080 kg (1360 l) |
| Triebwerke: |
|
| Triebwerksleistung: |
|
| Maximale Geschwindigkeit: | 290 km/h (ohne Bewaffnung und Mastvisier 315 km/h) |
| Marschgeschwindigkeit: |
|
| Steigrate: | 10,7 m/s |
| Dienstgipfelhöhe: | 4000 m |
| Einsatzreichweite: | bis zu ca. 800 km |
| Einsatzdauer: | 3,1 Stunden |
| Überführungsreichweite: | 1300 km |
Bewaffnung
- 30-mm-GIAT-AM-30781-Maschinenkanone:
Wird bei den Versionen HAP, HAD und ARH im Kinnturm verwendet. Munitionsvorrat 150–450 Schuss. Die Waffe wird von Eurocopter wegen ihrer Präzision gelobt, so sollen bei Schusstests alle Geschosse eines 5-Schuss-Feuerstoßes in einem 2 x 2 Meter großen Ziel eingeschlagen sein. Die Entfernung zum Ziel betrug 1000 Meter. Laut Hersteller wird diese Präzision von keinem anderen Kampfhubschrauber erreicht.
- 4 Waffenpylone
An unter den Stummelflügeln mitführbar und notfalls abwerfbar sind:
| Bewaffungsoptionen1 | außen links | innen links | innen rechts | außen rechts | Nutzerland |
|---|---|---|---|---|---|
| 20-mm-MK-Pod | 0 | 1 | 1 | 0 | Frankreich |
| 12,7-mm-MG-Pod 2 | 0 | 1 | 1 | 0 | Deutschland |
| FIM-92 Stinger | 2 | 0 | 0 | 2 | Deutschland; Australien |
| Mistral | 2 | 0 | 0 | 2 | Frankreich |
| SNEB 70-mm | 7 | 7/19 | 7/19 | 7 | Frankreich; Spanien; Australien; Deutschland |
| SNEB 68-mm | 12 | 0 | 0 | 12 | Frankreich |
| Trigat | 0 | 4 | 4 | 0 | Deutschland |
| HOT3 | 0 | 4 | 4 | 0 | Deutschland; Frankreich |
| Hellfire II | 0 | 4 | 4 | 0 | Australien |
| Spike-ER | 0 | 4 | 4 | 0 | Spanien |
| Hydra | 0 | 19 | 19 | 0 | Australien |
| 350-L-Tank | 0 | 1 | 1 | 0 | Frankreich; Spanien; Australien; Deutschland |
1 Es sind auch asymmetrische Beladungen möglich
2 Mit 400 Schuss Munition pro MG-Pod
Versionen und Nutzer
Anfangs sah das Beschaffungsprogramm 212 Helikopter für Deutschland und 215 für Frankreich vor. Die dafür veranschlagten Gesamtkosten beliefen sich im Jahr 1988 auf 18 Milliarden DM; erste Auslieferungen sollten 1997 beginnen. Die Stückzahlen wurden aber nach dem Ende des Kalten Krieges deutlich reduziert.
Folgende Länder besitzen den Tiger oder planen den Erwerb:
- Deutschland: 80 der UHT-Version (die Beschaffung des 2. Loses wurde zunächst verschoben)
- Frankreich: 80, davon 40 der Kampfunterstützungs-HAP-Version, 40 in der HAD-Version
- Spanien: 24 der HAD-Version
- Australien: 22 der ARH-Version.
Der Systempreis (Hubschrauber, Bewaffnung, Support) ist sowohl stückzahl- als auch versionsbedingt. 2002 wurde Spanien ein Angebot bezüglich 20/28 Hubschrauber unterbreitet.
- Tiger HAP 35/39 Millionen Dollar
- Tiger ARH 36 Millionen Dollar
- Tiger HAD 44/48 Millionen Dollar
- UH Tiger ~45 Millionen Euro. Weitere Kosten entstehen durch Ausrüstungsanpassung.[19]
Tiger HAP
Der Tiger HAP/HCP (Hélicoptère d’Appui et Protection, fr. für “Unterstützungs- und Begleithubschrauber” / Hélicoptère de Combat Polyvalent, fr. für “Mehrzweckkampfhubschrauber”[20]) ist ein mittelschwerer Luft-Luft- und Feuerunterstützungshelikopter, der für die französische Armee gebaut wird. Diese Version wird im Laufe der Produktion durch die HAD-Version ersetzt.
Am 29. Dezember 2008 erhielten nach vier Jahren die Versionen HAP Standard 1 (Frankreich) und UHT Step 2 / Step 3 (Deutschland) des Kampfhubschraubers Tiger ihre endgültige Qualifikation. Dazu gehörten insbesondere die Eignung für den schiffsgestützten Einsatz und die Integration eines Datenlink-Systems für den Tiger HAP. Frankreich hat 40 Tiger HAP bestellt, die mit einem 30-mm-Bordgeschütz von GIAT im schwenkbaren Kinnturm, 68-mm-Raketen, sowie einem am Cockpitdach montierten STRIX-Visier ausgerüstet sind. An den seitlichen Pylonen trägt der Tiger HAP Behälter für ungelenkte Raketen und Mistral-Luft-Luft-Raketen. 18 dieser Maschinen sind ausgeliefert, drei davon bereits in der Version HAP Standard 1.
UH Tiger
Der UHT (Unterstützungshubschrauber Tiger) ist die Version für die Bundeswehr. Er kann HOT3-Antipanzer-Raketen und den in trilateralen Anstrengungen entwickelten Lenkflugkörper Trigat-LR (Bundeswehrbezeichnung „PARS 3 LR (PanzerAbwehrRaketenSystem 3 LongRange))“ sowie ungelenkte 70-mm-Raketen tragen. Für den Luftkampf werden FIM-92 Stinger-Raketen mitgeführt. Anders als die HAP-Version besitzt er keinen integrierten Geschützturm, statt dessen können Geschützbehälter mit 12,7-mm-MGs an den Stummelflügeln montiert werden. Der auffälligste Unterschied zwischen UHT und HAP ist das mastmontierte Sichtgerät OSIRIS. Das Mastvisier ermöglicht dadurch auch eine Beobachtung des Feindes aus der Deckung heraus. Er besitzt außerdem eine PSU (Pilot Sight Unit) an der Rumpfspitze. Bei einem Teil der deutschen UHT-Tiger ist vorgesehen, die sich zur Zeit in der Erprobung befindliche Maschinenkanone RMK 30 nachzurüsten, wobei die Finanzierung nicht geklärt ist. Die beiden Einsatzverbände sind das KHR 36 “Kurhessen” in Fritzlar (ab 2010) und das KHR 26 „Franken“ in Roth (ab 2012).
Am 29. Dezember 2008 erhielten nach vier Jahren die Versionen HAP Standard 1 (Frankreich) und UHT Step 2 / Step 3 (Deutschland) des Kampfhubschraubers Tiger ihre endgültige Qualifikation. Damit ist laut Eurocopter der Weg für die Indienststellung der Hubschrauber und ihren Einsatz bei Missionen im Ausland geebnet. Die erste Qualifizierung nach Standard „PBL001“ war 2004 erteilt worden und ermöglichte lediglich Trainingsmissionen in der deutsch-französischen Pilotenschule in Le Luc, Südfrankreich. Mit der endgültigen Qualifikation sind alle offenen Punkte geklärt worden und zusätzliche Funktionen geprüft. Dazu gehören auch neue verschlüsselte Funk- und Datenlink-Systeme für den Tiger UHT, so der Hersteller. Der Tiger UHT verfügt über Geschützbehälter mit 12,7-mm-Maschinengewehren, 70-mm-Raketen, Luft-Luft-Raketen vom Typ FIM-92 Stinger, Panzerabwehr-Flugkörper vom Typ Trigat und Hot sowie ein OSIRIS-Mastvisier. Deutschland hat 80 UHT bestellt, von denen bisher lediglich zehn UHT in den Standards PBL001 und PBL002 abgenommen wurden. Der PBL002 entspricht dabei weitestgehend dem Serienstand und auch die Ersatzteilversorgung ist hierbei gewährleistet. Für den UHT STEP 1 waren keine Ersatzteile mehr aufgrund der längeren Nutzung dieser Vorserienversion vorhanden, so dass diese Konfiguration auf die versorgbare Version UHT PBL002 hochgerüstet werden musste.[21]Aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit des UHT in Le Luc mussten Hubschrauber des Typs BO-105 aus Deutschland zukommandiert werden, damit die Fluglehrer ihre Zulassung nicht verlieren.[22]
Tiger ARH
Der Tiger ARH (Armed Reconnaissance Helicopter, engl. für „bewaffneter Aufklärungshubschrauber“) ist die Version für die australische Armee. Mit Hilfe des im Strix enthaltenen Laserzielbezeichners ist es ihm möglich die Hellfire-II-Raketen ins Ziel zu lenken. Des weiteren können Raketen des Typs Hydra und FIM-92 Stinger mitgeführt werden.
Tiger HAD
Der Tiger HAD (französisch Hélicoptère d’Appui et Destruction bzw. spanisch Helicoptero de Apoyo y Destrucción, etwa „Unterstützungs- und Jagdhubschrauber“) ist im Wesentlichen identisch mit der HAP-Version, verfügt aber im Gegensatz zum HAP über leistungsgesteigerte MTR-390-E Triebwerke und einen verbesserten ballistischen Schutz. Aufgrund der Entwicklung der HAD-Version entschied sich Frankreich dafür, auf die geplante HAC-Version zu verzichten und stattdessen die HAD-Version zu beschaffen. Diese hatte am 14. Dezember 2007 in Marignane ihren Jungfernflug. Die HAD die an Spanien ausgeliefert werden sollen mit der israelische Spike-ER als Primärbewaffnung ausgerüstet werden.
Einsatz
Seit Juli 2009 befinden sich HAP Maschinen des 5e Régiment d’Hélicoptères de Combat (5RHC) aus Pau im ersten Kampfeinsatz von Tiger-Helikoptern überhaupt in Afghanistan. Anfang August 2009 erfolgte die Einsatzbereitschaft.[23]
Vergleichbare Typen
Commons: Eurocopter Tiger – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
- Datenblatt des Deutschen Heeres (5,5 MB, PDF)
- Triebwerkshersteller MTR390 (engl.)
- Eurocopter EC665 Detailfotos (engl.)
Einzelnachweise
- ↑ http://www.airpower.at/news07/1201_eurocopter/index.html
- ↑ http://www.mtu.de/de/products_services/military_business/programs/mtr390/index.html
- ↑ http://www.aviastar.org/helicopters_eng/eurocopter_tigre.php
- ↑ http://www.airforce-technology.com/projects/tiger/
- ↑ http://www.eads.com/1024/en/businet/defence/defelec/Produkte/helicopters/MILDS.html
- ↑ http://www.deagel.com/Helicopter-Warners-and-Sensors/ANAAR-60-MILDS_a001597001.aspx
- ↑ http://www.thalesgroup.com/Press_Releases/Thales_wins_new_Tiger_and_NH90_helicopter_self-pro/
- ↑ http://www.deagel.com/Helicopter-Protection-Systems/Saphir-M_a001594002.aspx
- ↑ http://www.eads.com/1024/en/businet/defence/defelec/Produkte/helicopters/EuroGrid.html
- ↑ http://www.cmcelectronics.ca/En/Prodserv/cma2012_doppler.html
- ↑ http://www.sagem-ds.com/eng/site.php?spage=02020504
- ↑ http://www.deagel.com/Navigation-and-Targeting-Systems/Strix_a001500001.aspx
- ↑ http://www.sagem-ds.com/pdf/en/D1245.pdf
- ↑ http://www.deagel.com/Navigation-and-Targeting-Systems/Osiris_a001501001.aspx
- ↑ Y-Das Magazin der Bundeswehr, An Bord des Tigers, abgerufen am 03.12.2009
- ↑ http://www.thalesgroup.com/News_and_events/Aerospace_Focus_TopOwl/
- ↑ http://www.dsto.defence.gov.au/research/5164/
- ↑ Aviation Française Webseite, Vergleich der Tiger Tarnschemata Der ARH im Bild ist erkennbar am australischen Dreifarbentarnanstrich, Abgerufen am 17. April 2009.
- ↑ Deutscher Bundestag, Bemerkungen des Bundesrechnungshofes 12/2008, Drucksache 16/11000. Abgerufen am 19. Oktober 2009.
- ↑ EADS Pressemitteilung, 2002 als Beispiel für offizielle Verwendung und Bedeutung des Akronyms HCP und dessen Übersetzung (engl.). Abgerufen am 16. Oktober 2009.
- ↑ Flugrevue. Abgerufen am 16. Oktober 2009.
- ↑ Deutscher Bundestag. Abgerufen am 19. Oktober 2009.
- ↑ http://www.dailymotion.com/video/xa7ke7_tigre-en-afghanistan_news
Strahlgetriebene Kampfflugzeuge: Eurofighter Typhoon | MiG-29 | Tornado | Alpha Jet | F-4F Phantom II | F-104G Starfighter | Fiat G.91 | Sea Hawk | North American F-86 | F-84 Thunderstreak
Schulflugzeuge: Zielschleppflugzeug Rockwell OV-10B Bronco | Fouga Magister | Lockheed T-33A | Beechcraft T-6 Texan II | Piper PA-18 | Northrop T-38 | Cessna T-37 | Grob G 120A
Verbindungsflugzeuge: Dornier Do 27 | Dornier Do 28 | Piaggio P.149
Hubschrauber: Kampfhubschrauber UHT Tiger | Schulungshubschrauber EC 135 | Transporthubschrauber Piasecki H-21C | Transporthubschrauber Sikorski S-58/H-34G | Transporthubschrauber CH-53G/GS | NH90 | Panzerabwehrhubschrauber BO 105VBH / BO 105P | Westland Mk.88 „Sea Lynx“ | Sikorsky S-61 „Sea King“ | Mehrzweckhubschrauber Bell UH-1D | Bell 47 | Mil Mi-8 (ex NVA) | Eurocopter AS532U2 | Bristol 171
Transportflugzeuge: Airbus A310 | Boeing 707-320 | Tupolew Tu-154M (ex NVA) | Bombardier Challenger 601 | Lockheed JetStar C-140 | HFB 320 Hansa Jet | VFW 614 | Let L-410 (ex NVA) | Transall | Airbus A400M | Canadair CL-601 | Percival C.MK.54 Pembroke | de Havilland D.H.114 Heron | Douglas C-47B | Douglas DC-6 B | Convair CV 440 Metropolitan | Noratlas
Marineflugzeuge: Grumman HU-16D Albatross | Fairey Gannet | Dornier Do 228 | Breguet Atlantic | Lockheed P-3
Unbemannte Flugzeuge: EuroHawk | Aladin | Luna | KZO | CL-289
BK 117 | EC 120 „Colibri“ | EC 130 / EC 130 „Fennec“ | AS 350 „Ecureil“/AS 550/555 „Fennec“ | EC 135 | EC 145 / EC645 / BK 117C-2 | UH-72A „Lakota“ | EC 155 | AS 365 „Dauphin“/AS 565 „Panther“ | EC 175 | AS 332 „Super Puma“/„Cougar“ | EC 725 | EC635 | EC 665 „Tiger“ | NH90
Rumpf
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