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Bette Davis

Bette Davis gemeinsam mit Elizabeth Taylor, 1981

Bette Davis (* 5. April 1908 in Lowell, Massachusetts, USA; † 6. Oktober 1989 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich; eigentlich Ruth Elizabeth Davis) war eine US-amerikanische Schauspielerin.

Inhaltsverzeichnis

Biografie

Bette Davis war die Tochter eines Rechtsanwalts und einer Fotografin. Sie besuchte mehrere Schauspielschulen. 1929 hatte sie in dem Stück Broken Dishes ihren ersten Broadway-Auftritt. 1930 gab sie ihr Leinwanddebüt in Bad Sister. Ihr Vertrag mit den Universal Studios wurde jedoch nach sechs Filmen nicht verlängert, und so wechselte sie zu den Warner-Brothers-Studios. Ihr Durchbruch kam schließlich mit dem Film Des Menschen Hörigkeit (Of Human Bondage).[1]

Für ihre Leistungen in den Filmen Dangerous (1935) und Jezebel (1938) erhielt sie den Oscar als Beste Schauspielerin und wurde acht weitere Male nominiert. 1942 war Bette Davis die höchstbezahlte Frau in den USA. Sie half während des Zweiten Weltkrieges, die Hollywood Canteen zu organisieren, wofür sie 1980 mit der Civilian Service Medal ausgezeichnet wurde. Nach dem Krieg gelang ihr 1950 ein erfolgreiches Comeback mit dem Film Alles über Eva.

1977 wurde sie als erste Schauspielerin für ihr Lebenswerk mit dem Life Achievement Award des American Film Institute ausgezeichnet. Sie spielte in über 100 Filmen mit und erhielt dabei 10 Oscar-Nominierungen.[2] Als erste Frau übernahm sie den Vorsitz in der Motion Picture Academy of Arts and Sciences. Mit Joan Crawford drehte sie 1962 Was geschah wirklich mit Baby Jane?, ihren letzten kommerziellen Erfolg, der ihr ihre letzte Nominierung für einen Oscar einbrachte.

Grab von Bette Davis in Forest Lawn, Burbank

Als Bette Davis Anfang Oktober 1989 ihre letzte Auszeichnung beim San Sebastián International Film Festival annahm, war sie bereits durch ihre Krebserkrankung gezeichnet. Nach der Preisverleihung wurde festgestellt, dass sie zu schwach für eine Rückreise in die USA sei, und so reiste sie nach Frankreich, wo sie am 6. Oktober 1989 im American Hospital in Neuilly-sur-Seine starb. Sie wurde auf dem Forest-Lawn-Friedhof in Los Angeles, Kalifornien, neben ihrer Mutter Ruthie und ihrer Schwester Bobby beigesetzt. Auf ihrem Grabstein steht geschrieben: She did it the hard way, („Sie machte es auf die schwere Tour.“ oder „Sie ging den harten Weg.“), ein Ausspruch aus dem Film This ’n that.

1997 gründeten ihre Testamentsvollstrecker Michael Merrill, ihr Sohn, und ihre ehemalige Assistentin Kathryn Sermak die Bette Davis Foundation, die mit Collegestipendien junge Schauspieler und Schauspielerinnen fördert. Bette Davis wird oft als Namensgeberin des Academy Award of Merit dargestellt, der dann „Oscar“ genannt wurde. Sie soll beim Anblick der Trophäe gesagt haben, diese sehe von hinten so aus wie ihr damaliger Ehemann Harmon Oscar Nelson.

Bette Davis war viermal verheiratet. Sie hat mit ihrem dritten Ehemann William Grant Sherry eine leibliche Tochter (Barbara Davis Merrill Hyman), sowie mit ihrem vierten Ehemann, dem Schauspieler Gary Merrill, zwei Adoptivkinder namens Margot und Michael. Im Alter von 75 Jahren unterzog sie sich einer Krebsoperation, arbeitete aber trotz ihres schlechter werdenden Gesundheitszustandes als Schauspielerin weiter. Schwierig gestaltete sich auch das Verhältnis von Bette Davis zu ihrer Mutter Ruth, die den Erfolg ihrer Tochter durch ihr Zutun auch als ihren ansah. Davis’ litt zudem unter der starken Autorität ihrer Mutter. Sicherlich ist auch das ein Grund, warum Davis’ Beziehung zu ihrer leiblichen Tochter Barbara schwierig war. Obwohl Davis immer wieder betonte, wie sehr sie ihre Tochter liebe, veröffentlichte diese eine Autobiografie My Mother’s Keeper, in der sie ihre Mutter angriff und als Rabenmutter darstellte.

Davis’ Markenzeichen waren ihre ausdrucksvollen Augen. Dieses Markenzeichen wurde unter anderem von Kim Carnes in dem Lied „Bette Davis’ Eyes“ besungen.

Filmografie (Auswahl)

  • 1945: The Corn is green – Regie: Irving Rapper
  • 1946: A Stolen Life – Regie: Curtis Bernhardt
  • 1946: Trügerische Leidenschaft (Deception)
  • 1949: Der Stachel des Bösen (Beyond The Forest)
  • 1950: Alles über Eva (All About Eve)
  • 1952: Phone Call from a Stranger
  • 1952: The Star
  • 1955: Die jungfräuliche Königin/Alternativtitel: Der Rebell Ihrer Majestät (The Virgin Queen)
  • 1956: Mädchen ohne Mitgift (The Catered Affair)
  • 1959: John Paul Jones
  • 1959: Der Sündenbock (The Scapegoat)
  • 1961: Die unteren Zehntausend (Pocketful of Miracles)
  • 1962: Was geschah wirklich mit Baby Jane? (What ever happened to Baby Jane?)
  • 1963: Die Nackte (La Noia)
  • 1964: Der schwarze Kreis (Dead Ringer)
  • 1964: Wohin die Liebe führt (Where Love has gone)
  • 1964: Wiegenlied für eine Leiche (Hush hush sweet Charlotte)
  • 1965: War es wirklich Mord? (The Nanny)
  • 1967: Die Giftspritze (The Anniversary)
  • 1972: In den Fängen der Madame Sin (Madame Sin)
  • 1976: Landhaus der toten Seelen (Burnt Offerings)
  • 1978: Tod auf dem Nil (Death on the Nile)
  • 1981: Schreie der Verlorenen (Watcher in the Woods)
  • 1983: Am Ende des Weges (Right of way)
  • 1984: Agatha Christie – Mord mit doppeltem Boden (Agatha Christie – They do it with mirrors)
  • 1987: Wale im August (The Whales of August)
  • 1989: Tanz der Hexen (Wicked Stepmother)

Literatur

  • Charlotte Chandler: Bette Davis : die persönliche Biografie. München : LangenMüller, 2008, ISBN 978-3-7844-3137-6
  • Charlotte Chandler: The Girl Who Walked Home Alone: Bette Davis, a Personal Biography. (Gebundene Ausgabe) Simon & Schuster 2006, ISBN 978-0-7432-6208-8
  • Charlotte Chandler: The Girl Who Walked Home Alone: Bette Davis, a Personal Biography. (Taschenbuch) Applause Books 2007
  • James Spada: Bette Davis: More Than a Woman. (Taschenbuch) Time Warner Paperbacks 2005
  • Ed Sikov: Dark Victory: The Life of Bette Davis. (Gebundene Ausgabe UK)Aurum Press Ltd 2007/ (Gebundene Ausgabe US) Henry Holt & Company 2007
  • Alexander Walker: Bette Davis: A Celebration. (Applause Legends), (Taschenbuch) Applause Books 2000
  • Laura Moser: Bette Davis (Life & Times). (Taschenbuch) Haus Publishing Limited 2005
  • Whitney Stine: No Guts, No Glory: Conversations with Bette Davis. (Gebundene Ausgabe) Virgin Books 1990
  • Boze Hadleigh: Bette Davis Speaks. (Taschenbuch) Barricade Books Inc.,U.S. 2005
  • Whitney Stine: I’d Love to Kiss You: Conversations With Bette Davis. (Gebundene Ausgabe) Pocket Books 1990
  • Randall Riese: All About Bette: Her Life from A-Z. (Gebundene Ausgabe) Contemporary Books Inc 1993
  • Roy Moseley: Bette Davis: An Intimate Memoir. (Taschenbuch) University Press of Kentucky; 2. Auflage 2003
  • Barbara Leaming: Bette Davis: A Biography. (Taschenbuch) Cooper Square Press 2003
  • Roger Baker: Bette Davis: A Tribute 1908-1989. (Gebundene Ausgabe) Gallery Books 1990
  • Lawrence J. Quirk: The Passionate Life of Bette Davis. (Gebundene Ausgabe) Robson Books Ltd 1990*
  • Jeffrey Robinson: Bette Davis: Her Film and Stage Career: The Definitive Study of Her Film Career. (Taschenbuch) von Proteus 1985
  • Christopher Nickens: Bette Davis. (Taschenbuch) Columbus Books Ltd 1985
  • Christopher Nickens: Bette Davis. A Biography in Photographs. (Broschiert) Dolphin Book. Doubleday & Company, Inc. 1985
  • Shaun Considine: Bette and Joan: The Divine Feud (Gebundene Ausgabe) E P Dutton 1989 / Taschenbuch iUniverse.com Oktober 2000 und Time Warner Paperbacks 2004
  • B. D. Hyman: My Mother’s Keeper. (Gebundene Ausgabe) William Morrow & Co 1987 / Taschenbuch Time Warner Paperbacks 1990 > das “berüchtigte Buch” von Bette Davis’ Tochter
  • Jerry Vermilye: Bette Davis. Ihre Filme, ihr Leben. (Broschiert) Heyne Verlag 1988
  • Richard Steins, Gene Brown: Bette Davis: Film Star, Blackbirch Press 1990, ISBN 978-1567110289

Filmdokumentationen

  • The American Film Institute Salute to Bette Davis. TV-Dokumentation, USA 1977, 90 Minuten
  • Bette Davis – Ein im Grunde gutartiger Vulkan (Originaltitel: Bette Davis – A Basically Benevolent Volcano). TV-Dokumentation, GB/USA 1983, 60 Minuten
  • All About Bette. TV-Dokumentation von Susan F. Walker und David Ansen, USA 1994, 48 Minuten

 Commons: Bette Davis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. Of Human Bondage (1934), archive.org
  2. 1935 wurde Davis zwar für Of Human Bondage nominiert, jedoch nur inoffiziell; in den Statistiken der Academy wird Davis nur als write-in nominee geführt.

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