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Zeus

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Zeus (Bronze, 5. Jahrh. v. Chr.)

Zeus (altgriechisch Ζεύς (klassische Aussprache ungefähr: dzeu̯s); neugriechisch auch Ζεύς bzw. Δίας, Dias; römisch Jupiter), Sohn des Kronos und der Rhea (Göttin des Fließens), galt als oberster olympischer Gott in der griechischen Mythologie und mächtiger als alle anderen griechischen Götter zusammen. Über ihm stand nur das (personifizierte) Schicksal – seine Töchter, die Moiren – auch er hatte sich ihnen zu fügen.

Der Name entspringt derselben indogermanischen Wortwurzel wie lat. deus (Gott), germ. *Tiwaz und vedisch-altind. deva (Dyaúh pitá), die Ausdruck eines gemeinsamen indogermanischen Gottesbildes ist.

Inhaltsverzeichnis

Die Geburt und die Machtergreifung des Zeus

Kronos verschlang alle seine Kinder gleich nach der Geburt, da er fürchtete, diese könnten ihn entmachten, so wie er selbst seinen Vater Uranos entmachtet hatte. Aus diesem Grund brachte Rhea Zeus im Verborgenen auf die Welt, nämlich in einer Höhle der Lasithi-Hochebene auf Kreta (siehe Höhle von Psychro). Ihrem Mann Kronos gab sie einen in eine Windel gewickelten Stein zu essen (s. a. Bätylos). Zeus wurde in der Zwischenzeit durch die Nymphen Adrastea und Ide aufgezogen, von der Ziege Amaltheia versorgt und von den Kureten beschützt. Als er herangewachsen war, schlich er sich bei Kronos ein und zwang ihn, zuerst den Stein und dann alle seine verschluckten Kinder wieder auszuwürgen. Mit Hilfe seiner Brüder Hades und Poseidon tötete Zeus schließlich seinen Vater und übernahm den Thron der Welt. Hades wurde Herrscher über die Unterwelt, Poseidon herrschte von nun an über das Meer. Näheres siehe Titanomachie.

Kinder des Zeus

Verheiratet war Zeus mit seiner Schwester Hera, mit der er mehrere Kinder, unter anderem Hephaistos, den Gott der Schmiedekunst, hatte. Aber er hatte auch viele Liebschaften, unter anderem mit der Göttin Leto, einer Tochter des Titanen Koios, die ihm Apollon, den Gott des Lichts und der Musik und Artemis, heilbringende Göttin der Natur und der Jagd, gebar, oder Leda, von der er die Dioskuren Kastor (Castor) und Polydeukes (Pollux) bekam, aber auch viele Nymphen, Halbgöttinnen und Sterbliche. Diese Liebschaften waren nie von Dauer, vor allem wegen Hera`s maßloser Eifersucht. Um die Kinder, die aus diesen Seitensprüngen entstanden (unter anderem Herakles und die schöne Helena), kümmerte er sich aber. Die einzige Liebschaft von Dauer war wahrscheinlich die zum Königssohn Ganymed. Dieser war so schön, dass Zeus ihn in Gestalt eines Adlers auf den Olymp entführte. Dort diente er ihm als Mundschenk. Auch die Göttin Aphrodite soll nach Homer eine Tochter von Zeus und der Dione gewesen sein. Geläufiger ist jedoch die Version des Hesiod, nach der sie aus dem Schaum (daher ihr Name, von griech: aphros=Schaum) entstand, der sich um die abgeschnittenen Genitalien des Uranos im Meer vor Kythera gebildet hatte. Seine Lieblingstochter Athene, die Göttin der Weisheit, entsprang aus seinem Kopf, obwohl da möglicherweise von Hephaistos nachgeholfen wurde. Doch auch andere Götter stammen von ihm ab, wie Dionysos, der Gott des Weines, die Göttin Iris, die als Botschafterin die Kommunikation zwischen Menschen und Göttern sicherstellte, oder Hermes, der Götterbote.

Um Frauen zu verführen nahm Zeus oft eine andere Gestalt an:

GattinZeus alsKinder
Themisdie Moiren: Klotho, Lachesis, Atropos und die Horen: Eunomia, Dike, Eirene bzw. in anderer Tradition Auxo, Thallo, Karpo
HeraKuckuckHebe, Ilithyia, Arge. Gemäß Homer auch Hephaistos, gemäß Hesiod auch Ares
AiginaFeuerAiakos
AlkmeneAmphitryonHerakles
AnankeAdrastea, nach anderer Tradition auch die Moiren
AntiopeSatyrdie Zwillinge Amphion und Zethos
AsteriaAdler
Danaëgoldener RegenPerseus
DemeterPersephone
DioneAphrodite
ElektraIasion. Dardanos, Harmonia
ElaraTityos
EuropaStierMinos, Sarpedon, Rhadamanthys
EurynomeDie Chariten: Aglaia, Euphrosyne, Thalia und Asopos
GaramantisJarbas
HoraKolax
HybrisPan
IoEpaphos
KallistoArtemisArkas
KalykeEndymion
KarmeBritomartis
Lamia
LetoArtemis, Apollon
LedaSchwandie Dioskuren Kastor (Castor) und Polydeukes (Pollux)
Leda oder NemesisSchwanHelena
MaiaHermes
MetisAthene
MnemosyneHirtedie Musen: Melete, Mneme, Aoide, Klio, Melpomene, Terpsichore, Thalia, Euterpe, Erato, Urania, Polyhymnia, Kalliope
NiobeArgos
eine NympheMegaros
PersephoneSchlangeZagreus
PlutoTantalos
ProtogeneaAethlios
SemeleDionysos
TaygeteLakedaimon
Thaliadie Paliken

Krieg

Die Herrschaft der olympischen Götter unter Zeus wurde durch einen Angriff der Giganten bedroht. In der Gigantomachie aber besiegten die Götter die Giganten.

Der Schild des Zeus heißt Aigis oder Ägis (griech. Ziegenfell). Dieser wurde von Hephaistos geschmiedet und wird meist als schuppen- und schlangenbewehrter Halskragen dargestellt. Der Aigis ist Sinnbild der schirmenden Obhut (Ägide) der Götter.

Zeuskult

Das älteste und erste in der Antike berühmte Zeus-Orakel befand sich im Eichenhain von Dodona (die Eiche ist ebenfalls der heilige Baum des Zeus). Auch in Olympia gab es ein Zeus-Orakel; hier wurde der Zeus Olympios verehrt. Auf Kreta nahmen Kulte Bezug auf seine Geburt und Kindheit mit Höhlen- und Geburtskulten. Siehe auch Höhle von Psychro.

Verehrt wurde Zeus als Allgott, als denkendes Feuer, das alles durchdringt, als Vater der Götter und Menschen, als Gott des Wetters, als Schicksalsgott usw. Die Epiphanie des Zeus ist stets der Blitz, etwa bei Homer.

Beinamen des Zeus

Je nach Art der Verehrung erhielt Zeus verschiedene Beinamen, etwa:

  • μειλίχιος (meilichios) „der Sanfte“: Diesem durch Sühne gütig gestimmten Gott zu Ehren feierte man in Athen das Fest Diasia.
  • ξένιος (xenios) „der Gastliche“ als Schützer des Gastrechts
  • ἑταιρεῖος (hetaireios) „der Freundschaft Beschützende“ als Urheber von Freundschaft und Genossenschaft
  • Zygios: als Gott und Schützer der Hochzeitsnacht
  • Πατρόος: als Schützer der Stadt

Zeus in der griechisch-römischen Philosophie

Zeus spielt auch eine wichtige Rolle in der Philosophie der Antike. Die Orphiker sahen Zeus als den Weltgrund an[1], der Platoniker Xenokrates identifizierte Zeus mit dem kosmischen Nous[2], in der Philosophie der Stoa wurde Zeus als die Urkraft oder kosmische Vernunft aufgefasst[3].

Zeus in den bildenden Künsten

Tizian: Der Raub der Europa, Öl auf Leinwand

Die wohl bekannteste Darstellung des Zeus ist die heute nicht mehr erhaltene Kolossalstatue des Phidias in Olympia. Weiterhin gibt es zahlreiche Darstellungen von Zeus als Krieger mit dem Attribut des Blitzbündels oder des Zepters, thronend als Göttervater.

Oft wurden auch die zahlreichen Mädchen- und Frauenraube des Zeus dargestellt, wie zum Beispiel der Raub der Europa und ähnliche, aber auch der des Knabens Ganymed. Seine Attribute sind Zepter, Adler, Blitzbündel, Helm sowie manchmal die Siegesgöttin Nike.

Literatur

  • Annika Backe: Die Stiere des Zeus. Stier und Mythos im antiken Griechenland. KulturKommunikation, Uplengen/Remels 2006.
  • Michael Grand und John Hazel: Lexikon der Antiken Mythen und Gestalten, 2. Auflage, München 1983, ISBN 3-471-77623-0
  • Dirk Cürsgen: Die Rationalität des Mythischen: Der philosophische Mythos bei Platon und seine Exegese im Neuplatonismus. Gruyter; 1. Auflage (19. April 2002), ISBN 978-3-11-017337-6

Quellennachweise

  1. http://www.textlog.de/4190.html
  2. Dirk Cürsgen: Die Rationalität des Mythischen,S.128
  3. http://www.unki.de/schulcd/deutsch/stola.htm

Siehe auch

Weblinks zu zu

 Commons: Zeus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Zeus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik

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