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Weichzeichner

Landschaftsaufnahme mit Dreamagon-Objektiv

Unter Weichzeichnung versteht man in der Fotografie alle jene Effekte, die gezielt zur Bildgestaltung eine nicht-scharfe (in gewissem Sinn verschwommene) Abbildung anstreben. Die hierzu verwendeten Objektive werden als Weichzeichner bezeichnet. In manchen Epochen der Fotografie, wie in der Zeit am Beginn des 20. Jahrhunderts wurde dies als bewusste Abkehr von der naturalistischen Darstellung akribisch genauer und scharfer Aufnahmen angesehen.

Die Weichzeichnung kann insbesondere mit folgenden Mitteln erzielt werden:

  1. Weichzeichnenden optischen Filtern (siehe Effektfilter);
  2. Weichzeichnende (bewusst unkorrekt gerechnete oder entsprechend einstellbare) Objektive und
  3. Filter der elektronischen Bildberarbeitung, siehe Weichzeichnen.

Beispiele

  • Rodenstock Imagon-Objektive und Objektivköpfe mit austauschbaren Siebblenden (verschiedene Brennweiten für verschiedene Bildformate)
  • Sima 2/100mm Objektiv mit austauschbaren Siebblenden
  • Minolta Varisoft-Objektiv mit stufenlos variabler Weichzeichnung (Minolta 2,8/85mm Varisoft)
  • Minolta Soft Focus-Objektiv mit stufenlos variabler Weichzeichnung (Minolta AF 2,8/100mm Soft Focus)
  • Canon Soft Focus-Objektiv mit zwei Weichzeichnungsstufen (abschaltbar) (Canon EF 135mm 1:2.8 Softfocus)
  • Seiboldsches Dreamagon-Objektiv mit Spaltsegmentblende (4/90mm)

Beispielbilder

Weichzeichnung, Unschärfe, Bokeh

Diese drei Begriffe werden oft verwechselt.

Im Falle der Weichzeichnung handelt sich um ein mit einer Spezialoptik oder mit Hilfe verschiedener Weichzeichnervorsätze aufgenommenes Bild, das neben den scharfen Konturen Lichtsäume um die Spitzenlichtpartien des Bildes aufweist. Der Weichzeichnungseffekt lässt sich nachträglich im Computer erreichen.

Im Falle der Unschärfe handelt sich um ein Bild ohne Konturen, z.B. wenn sich das Motiv außerhalb der Schärfentiefezone befindet. Ein scharfes Bild kann man mit dem Gauß-Unschärfe-Filter im Computer in ein unscharfes verwandeln.

Bokeh bezeichnet die subjektive, ästhetische Qualität von unscharfen Bereichen einer Fotografie, auffällig besonders bei Bildern, die mit langbrennweitigen und lichtstarken, grundsätzlich jedoch scharfzeichnenden Optiken aufgenommen wurden.

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