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Kyoto

Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Kyōto, der Artikel über die gleichnamige Präfektur befindet sich unter Präfektur Kyōto.
京都市
Kyōto-shi
Geographische Lage in Japan
Region:Kinki
Präfektur:Kyōto
Koordinaten:35° 1′ N, 135° 46′ O35.011666666667135.76805555556Koordinaten: 35° 0′ 42″ N, 135° 46′ 5″ O
Basisdaten
Fläche:827,90 km²
Einwohner:1 464 990
(1. Apr. 2008)
Bevölkerungsdichte:1770 Einwohner je km²
Gemeindeschlüssel:26100-9
Symbole
Flagge/Wappen:
Baum:Ahorn, Babylonische Trauerweide, Kuchenbaum
Blume:Kamelie, Azalee, Prunus lannesiana
Rathaus
Adresse:Kyōto City Hall
488 Teramachidōri – Oike Agaru – Kamihonnōjimae-chō
Nakagyō-ku, Kyōto-shi
604-8571
Webadresse:
Lage Kyōtos in der Präfektur Kyōto

Kyōto (jap. 京都市, -shi, im Deutschen meist Kyoto, seltener auch Kioto geschrieben) ist eine der geschichtlich und kulturell bedeutendsten Städte Japans. Sie liegt im Westen der japanischen Hauptinsel Honshū im Ballungsgebiet Kansai.

Beide Schriftzeichen des heutigen Stadtnamens werden alleine jeweils „Miyako“ gelesen und bedeuten im Japanischen wörtlich „kaiserliche Residenz“. Kyōto war von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes von Japan und ist heute der Verwaltungssitz der Präfektur Kyōto.

14 Tempel und Shintō-Schreine wurden zusammen mit 3 anderen in den benachbarten Städten Uji und Ōtsu 1994 zum UNESCO-Weltkulturerbe Historisches Kyōto (Kyōto, Uji und Ōtsu) ernannt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Kyōto liegt etwa 400 km südwestlich von Tōkyō im mittleren Westen der japanischen Hauptinsel Honshū, etwa 10 km südwestlich des Biwasees und ca. 40 km von Ōsaka entfernt. Durch die Lage in einem nur nach Süden offenen Talkessel staut sich die schwüle Luft im Sommer; der Nordteil der Stadt wird im Winter erheblich kälter als die benachbarten Städte Ōsaka und Kōbe. Anders als letztere ist Kyōto aber durch die bis über 1.000 m hohen Berge vor Taifunen weitgehend geschützt und auch kaum hochwassergefährdet.

Die Stadt ist nach der klassischen chinesischen Geomantie schachbrettartig angelegt. Das Zentrum und der Süden sind das wirtschaftliche Herz der Stadt. Die touristischen Sehenswürdigkeiten sind teilweise im Zentrum, ein Großteil der berühmten Tempel liegt jedoch im Nordosten und Nordwesten der Stadt oder auf Berghängen in der Umgebung.

Stadtgliederung

Ukyō-kuNishikyō-kuSakyō-kuKita-kuKamigyō-kuNakagyō-kuShimogyō-kuHigashiyama-kuMinami-kuFushimi-kuYamashina-kuYamashina-ku

Kyōto ist in elf Stadtbezirke (-ku) eingeteilt:

Geschichte

Modell vom Heian-kyō des 8. Jahrhunderts

Unter dem Namen Heian-kyō wurde Kyōto 794 nach Aufgabe von Heijō-kyō (Nara, 784) und einem gescheiterten Versuch im nahgelegenen Nagaoka-kyō (Nagaoka) unter Kaiser Kammu (781-806) die zweite ständige Hauptstadt Japans.

Nach dem Dōkyō-Zwischenfall sollte der Einfluss buddhistischer Klöster zurückgedrängt werden, indem sie in der neuen Hauptstadt aus dem inneren Stadtgebiet von etwa 4500×5200 Metern verbannt wurden.

Die Heian-Zeit, in der die politische Macht im Wesentlichen von Kyōto ausging (allerdings schon bald nicht mehr vom Kaiser selbst), dauerte bis 1185. Während der Muromachi-Zeit von 1333 bis 1568 residierte dann das zunächst an der Ostküste gebildete Shōgunat wieder in Kyōto, verlor dabei aber ständig an Macht. In der Edo-Zeit ab 1603 verlagerte sich das politische Zentrum Japans endgültig von Kyōto weg an die Ostküste.

Politik und Verwaltung

Der direkt gewählte Oberbürgermeister von Kyōto ist seit 2008 Daisaku Kadokawa. Er wird im Stadtrat von der LDP, Kōmeitō und der DPJ unterstützt. Dieser wiederum besteht aus 68 gewählten Mitgliedern.

Die nächste Bürgermeisterwahl findet 2012 statt, die nächste Stadtratswahl 2011.

Bürgermeisterwahl 2008

Die Wahl selbst fand am 17. Februar statt. Daisaku Kadokawa hat knapp über den Kandidaten Kazuo Nakamura, welcher von der KPJ unterstützt wurde, gewonnen. Der Abstand zum ihm betrug allerdings nur 951 Wahlstimmen.[1]

Die Wahl hatte besondere Bedeutung, da ein neuer Oberbürgermeister zu Yorikane Masumoto gesucht wurde, welcher seinen Rücktritt nach 3 Amtsperioden (entspricht 12 Jahre im Amt) bekannt gab.

Kultur

Der Kinkaku-ji (Goldener Pavillon) im Nordwesten der Stadt
Der Ginkaku-ji (Silberner Pavillon)
Torii-Bogengang beim Inari-Schrein in Fushimi

Kyōto hat den Stellenwert des kulturellen Zentrums von Japan.

Die Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs haben fast jede Großstadt in Japan zerstört, nur Kyōto mit seinen 1.600 buddhistischen Tempeln, 400 Shintō-Schreinen, Palästen und Gärten wurde aus Respekt verschont. Dadurch ist es eine der besterhaltenen Städte Japans. In der Neuzeit kam eine Reihe von Museen wie das Nationalmuseum Kyōto dazu. Eine ganze Reihe der berühmtesten Bauwerke Japans befinden sich in Kyōto, und viele davon wurden 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Dadurch ist Kyōto das beliebteste Touristenziel Japans.

Eine Auswahl der Sehenswürdigkeiten:

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten Kyōtos verteilen sich auf drei Gebiete, den Osten, den Norden und den Westen der Stadt, denn die meisten Tempel sind auf den umliegenden Berghängen oder etwas abgelegen (im Norden) erbaut.

Kyōto ist ebenfalls bekannt für seine Küche, die typischerweise vor allem pflanzliche Zutaten verwendet und bei aller Einfachheit besonders stilvoll angerichtet wird (beispielsweise Yudōfu, ein Tofu-Gericht). Auch gehört eine Reihe von eingelegtem Gemüse (Tsukemono) dazu: Die Gemüsesorten der Umgebung Kyōtos sind meist etwas kleiner und teils geschmacksintensiver als im übrigen Japan.

Kyōto ist das Zentrum der Tee-Zeremonie und des Ikebana und die Geburtsstätte der klassischen japanischen Theaterkünste (-Theater, Kyōgen und Kabuki).

Eine weitere Besonderheit ist der Kyōto-Dialekt, eine gehobenere, vornehme Variante des Kansai-Dialekts, in der sich die alte Hofkultur der ehemaligen Hauptstadt widerspiegelt. Der Kyōto-Dialekt kennt eigene Abstufungen des Keigo, der japanischen Höflichkeitssprache, die im modernen Hochjapanisch fehlen.

Wirtschaft und Wissenschaft

Universität Kyōto
Das Kyoto International Conference Center im nordöstlichen Stadtteil Sakyō-ku, hier die Außenansicht, beherbergte für 11 Tage die teilnehmenden Delegierten während der Arbeitssitzungen.

Eine wichtige Einnahmequelle ist der Tourismus. Die Sehenswürdigkeiten der Stadt ziehen Japaner aller Altersgruppen an, auch viele ausländische Touristen besuchen die Stadt. Die Infrastruktur für ausländische Touristen ist die beste in ganz Japan.

Ein weiterer Wirtschaftszweig sind kleine Betriebe und Familienunternehmen, die sich dem traditionellen japanischen Handwerk verschrieben haben. Berühmt ist Kyōto vor allem für seine Seidenmanufakturen (Nishijin, nach dem gleichnamigen Stadtteil) und seine Kimono-Produktion. Ende des 17. Jahrhundert wurde von Yūzen Miyazaki in Kyōto eine besondere Färbetechnik (Kyō-yūzen) entwickelt, die heute außer in Kyōto fast nur noch in Kanazawa praktiziert wird. In den letzten Jahrzehnten stagniert dieser Sektor allerdings.

Der südliche Stadtteil Fushimi-ku ist neben Niigata und Nada (Kōbe) einer der namhaftesten Entstehungsorte von Sake.

Drittes Standbein der Stadt ist die Elektronik. In Kyōto befinden sich die Zentralen von Nintendo, OMRON, Kyocera, muRata Electronic und Wacoal. Die Hightech-Industrie kann den Rückgang des traditionellen Handwerks jedoch nur teilweise ausgleichen, so dass eine große Zahl Erwerbstätiger täglich nach Ōsaka pendelt.

Kyōto ist eine Universitätsstadt mit Studenten aus allen Landesteilen. Unter den rund 40 Universitäten und Hochschulen finden sich so namhafte wie:

Auch zahlreiche ausländische Kulturinstitute unterhalten Einrichtungen in Kyōto.

Kyoto-Protokoll

Hauptartikel: Kyoto-Protokoll

Vom 1. bis 10. Dezember 1997 fand in Kyōto eine internationale Klimakonferenz statt, auf der sich die Industrieländer im Rahmen des Kyoto-Protokoll verpflichteten, ihre Treibhausgas-Emissionen zu senken.

Verkehr

Hauptbahnhof von Kyōto, Blick von der obersten Besucherterrasse

Der Hauptbahnhof von Kyōto liegt südlich und damit etwas abseits der Innenstadt. Seit der Eröffnung der ersten Shinkansen-Strecke 1964 wird auch Kyōto von den Hochgeschwindigkeitszügen angefahren. JR betreibt außerdem anderen Fernverkehr sowie zahlreiche Nahverkehrsstrecken. Der Hauptbahnhof von Kyōto wurde 1997 vollständig neu gebaut und ist architektonisch ebenso attraktiv wie umstritten, da er nicht in das traditionelle Stadtbild Kyōtos passt.

Mehrere Privatbahnen fahren in Kyōto, darunter Hankyū und Keihan nach Osaka. Die Keifuku-Straßenbahn verkehrt im Nordwesten der Stadt, und seit 1981 gibt es die U-Bahn Kyoto, die inzwischen zwei Linien umfasst.

Das Straßennetz von Kyōto ist nach dem Muster alter chinesischer Städte schachbrettartig angelegt, die großen Straßen sind durchnummeriert, was eine Navigation (Urbanigation) einfach macht. Der Straßenverkehr in der Stadt ist allerdings für japanische Verhältnisse unzureichend geregelt.

Kyōto besitzt ein gut ausgebautes Bussystem, das allerdings unter chronisch verstopften Straßen leidet. Für Touristen ist das Bus-Tagesticket für 500 Yen eine preiswerte Möglichkeit, zu den Sehenswürdigkeiten zu gelangen. Die Kartenverkaufsstelle am Hauptbahnhof stellt auch englischsprachige Buspläne zur Verfügung.

Souvenirs

Yatsuhashi, eine Süßigkeit aus Kyōto

Ein beliebtes Mitbringsel (Miyage) aus Kyōto ist Yatsuhashi, eine japanische Süßigkeit die aus der Adzukibohne hergestellt wird.

Sport

Angrenzende Städte und Gemeinden

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

Siehe auch

Weblinks zu zu

 Commons: Kyōto – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.yomiuri.co.jp/dy/national/20080219TDY02304.htm
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