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Kaimaninseln

Cayman Islands

Kaimaninseln

FlaggeWappen
Wahlspruch: He hath founded it upon the seas

(engl., „Er hat es auf den Meeren gegründet“)

AmtsspracheEnglisch
HauptstadtGeorge Town
StaatsformBritisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs
StaatsoberhauptElisabeth II., vertreten durch Gouverneur Stuart Jack
RegierungschefKurt Tibbets
Fläche262 km²
Einwohnerzahl45.436 (Quelle: CIA 2006)
Bevölkerungsdichte173,4 Einwohner pro km²
BIP/Einwohner48.290 US-$ (Quelle: Auswärtiges Amt 2007)
WährungKaiman-Dollar (KYD)
NationalhymneGod Save the Queen

Beloved Isles Cayman (inoffiziell)

ZeitzoneUTC-5
Internet-TLD.ky
Telefonvorwahl+1 (345) siehe NANP

Die Kaimaninseln (engl.: Cayman Islands) sind eine Inselgruppe in der Karibik und britisches Überseegebiet des Vereinigten Königreichs.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Ihren Namen verdanken die Inseln den hier lebenden Echsenarten, die man zu Beginn mit Krokodilen verwechselt hatte. Die Inselgruppe besteht aus den drei Inseln Grand Cayman, Little Cayman und Cayman Brac und liegt etwa 350 km südlich von Kuba. Die Inseln verteilen sich auf eine Fläche von ca. 262 km², wobei Grand Cayman mit 197 km² den Großteil einnimmt. Die Gipfel eines submarinen Gebirges, des bis nach Kuba reichenden Kaimanrückens, bilden die Inselgruppe.

Bevölkerung

Etwa 90 % der 45.436 Einwohner leben auf der größten Insel Grand Cayman. Die Jahrhunderte brachten eine bunt gemischte Bevölkerung hervor, die sehr stolz auf die Harmonie unter den Bewohnern unterschiedlicher Herkunft ist. Sitten und Gebräuche sind nach wie vor von den ersten Siedlern im 18. Jahrhundert geprägt, die von den britischen Inseln kamen. Die dominierende Religion ist das Christentum.

Geschichte und Politik

Nach der Entdeckung durch Kolumbus am 10. Mai 1503, als seine Schiffe vom vorgesehenen Kurs abtrieben, wurde die Inselgruppe ursprünglich nach den auf ihr lebenden Schildkröten „Las Tortugas“ genannt, seit 1540 heißen sie „Caymanas“. Aber erst ab 1666 wurden die Inseln, von Jamaika ausgehend, besiedelt, aufgrund häufiger Plünderungen verließen die Siedler das Land jedoch wieder. Im Vertrag von Madrid von 1670 erkannte Spanien die englische Oberhoheit über Jamaika und die Kaimaninseln an; diese gehörten jedoch zu Jamaika. Seit 1734 sind die Inseln bis heute durchgehend besiedelt. Eine legislative Versammlung gibt es seit 1832. Als die große Nachbarinsel unabhängig wurde, entschieden sich die Inselbewohner anders: Sie wurden Kolonie der britischen Krone und erhielten einen Gouverneur zugesprochen. Seit 1962 haben die Kaimaninseln den Status einer britischen Kronkolonie mit innerer Selbstverwaltung. 2004 zerstörte der Hurrikan Ivan große Teile der Inseln.

Wirtschaft

Frühere Hauptexportgüter waren Schildkröten und Muscheln.

Heute gilt die Hauptstadt George Town als fünftgrößter Finanzplatz der Welt. Die meisten international tätigen Banken, auch die größten deutschen, sind hier mit Filialen präsent. Begünstigt wird dieser Wirtschaftszweig durch günstige Rahmenbedingungen wie die hier herrschende Steuerfreiheit. Die Kaimaninseln gelten als Steueroase, sie tauchen auf einer Schwarzen Liste der Steuerparadiese auf, die die OECD im Vorfeld des G20-Treffens im Jahr 2009 erstellt hat. Ihrem Ruf wollen die Inseln durch unilaterale Abkommen entgegenwirken, die sie z. B. mit Irland, Japan, den Niederlanden und Südafrika abgeschlossen haben.[1]

Die Staatsausgaben der Kaimaninseln werden ausschließlich über Verwaltungsgebühren und eine 20-prozentige Zollabgabe auf alle Importgüter finanziert.

Außerdem sind asiatische Unternehmen wie etwa Broad Intelligence International Pharmaceutical auf der Insel aktiv.

Als Zahlungsmittel werden neben der Landeswährung Cayman Island Dollar (C.I.$) weitestgehend auch der US-Dollar und das Britische Pfund, nicht aber der Euro, akzeptiert.

Verkehr, Tourismus

Auf den Kaimaninseln herrscht Linksverkehr.

Ein-/Ausreise

EU-Bürger benötigen für die Einreise kein Visum, vorgeschrieben ist lediglich ein noch mindestens sechs Monate gültiger Reisepass.

Sehenswürdigkeiten

Vor allem die Hauptinsel Grand Cayman ist für ihre Riffe bekannt. Die Unterwasserwelt rund um die Inseln stellt eine besondere Touristenattraktion dar, die bereits seit 1978 durch mehrere Gesetze umfangreich geschützt wird.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt George Town gehören u. a. der Glockenturm für König Georg V., die Legislative Assembly, das Courts Building, und das General Post Office. An der Uferpromenade zeigt das Cayman Maritime and Treasure Museum unterschiedlichste Ausstellungsstücke. Ferner sind im McKee’s Museum Schätze aus Wracks aus dem 16./17. Jahrhundert zu bestaunen.

Rum Point auf Grand Cayman

George Town ist auch der bevorzugte Ort für zollfreien Einkauf: Internationale Luxusgüter sowie Schmuck, in den zum Teil einheimische Materialien, wie schwarze Korallen, eingearbeitet sind, sind hier günstig zu erstehen. Eine weitere Spezialität der Inseln ist der Rum-Kuchen, der von verschiedenen Anbietern hergestellt wird und sich in den letzten Jahren zu einem der erfolgreichsten Exportartikel entwickelt hat.

In Bodden Town, der früheren Hauptstadt der Inselgruppe, liegen die Pirate’s Caves, ein unterirdisches Höhlensystem, in dem im 18. Jahrhundert Piraten Zuflucht und Schutz fanden.

Rum Point im Norden der Insel bietet typisches Karibikflair. Auf der Sandbank „Stingray City“ leben halbzahme Stachelrochen (southern stingrays), die man füttern kann. Die Cayman Turtle Farm am Northwest Point ist die einzige ihrer Art mit grünen Schildkröten.

Vor Cayman Brac liegt seit 1996 ein gesunkenes russisches Kriegsschiff, die umbenannte MV Capt. Keith Tibbetts, mit vier Deckkanonen. Sie ist das einzige per Tauchgang erkundbare russische Kriegsschiff der westlichen Hemisphäre.

Die kleinste der Inseln, Little Cayman, ist einer der letzten unberührten Orte der Karibik mit einem der größten Steingärten der Region für Pelikane und Kormorane, außerdem ist sie eines der besten Gebiete der westlichen Welt zum Lachsangeln.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. nzz.ch: Cayman Islands kämpfen gegen Ruf als Steueroase. Unilaterale Steuerabkommen im Vorfeld des G-20-Gipfels.

Weblinks zu zu

19.508020155-80.521545410278Koordinaten: 19° 30′ N, 80° 31′ W

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