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Kabardino-Balkarien

Subjekt der Russischen Föderation
Republik Kabardino-Balkarien
Кабардино-Балкарская республика
Къэбэрдей-Балъкъэр Республикэ (kab.)
Къабарты-Малкъар Республика (balk.)
FlaggeWappen
FöderationskreisSüdrussland
Fläche12.470 km²
Bevölkerung892.389 Einw. (Stand: 2009[1])
Bevölkerungsdichte72 Ew./km²
HauptstadtNaltschik
Offizielle Sprachenkabardinisch, balkarisch, russisch
Ethnische
Zusammensetzung
Kabardiner (55,3 %)
Russen (25,1 %)
Balkaren (11,6 %)
Osseten (1,09 %)
Türken (0,97 %)
(Stand: 2002)
PräsidentArsen Kanokow
Gegründet1. September 1921
ZeitzoneUTC+3 (Sommerzeit: UTC+4)
Telefonvorwahlen(+7) 866xx
Postleitzahlen360000–361999
Kfz-Kennzeichen07
OKATO83
Webseitewww.kabbalk.ru

Das im Nordkaukasus gelegene Kabardino-Balkarien (russ. Кабардино-Балкария/ Transkription Kabardino-Balkarija, kabardinisch Къэбэрдей-Балъкъэр Республикэ, balkarisch Къабарты-Малкъар Республика) ist seit 1991 eine Republik im europäischen Russland.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Kabardino-Balkarien im regionalen Zusammenhang

Kabardino-Balkarien liegt am Nordabhang des Kaukasus. Topographisch gesehen ist der nördliche Landesteil eben, während das Land gegen Südwesten bis zum Elbrus, dem höchsten Berg des Kaukasus, immer gebirgiger wird. Die Republik grenzt im Westen an Karatschai-Tscherkessien, im Osten an Nordossetien-Alanien, im Norden an die Region Stawropol und im Süden an Georgien. Die maximale Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt 167 km, in Ost-West-Richtung 123 km.

Klima

Die Republik hat kontinentales Klima.

Die Durchschnittstemperatur im flachen Norden beträgt im Januar -4 °C und im Juli 23 °C, die Niederschlagsmenge ist mit unter 500 mm gering.

In den Gebirgen liegt die Temperatur zwischen -12 °C (Januar) und +4 °C (Juli).

Zeitzone

Kabardino-Balkarien liegt in der Moskauer Zeitzone (MSK/MSD). Die Verschiebung zur Koordinierten Weltzeit (UTC) beträgt somit +0300 (MSK, Moscow Time)/+0400 (MSD, Moscow Daylight Time, Sommerzeit).

Flüsse

Detailkarte von Kabardino-Balkarien

Die wichtigsten Flüsse sind:

Seen

In der Republik gibt es etwa 100 kleinere Seen. Die meisten (55) befinden sich zwischen den Flüssen Baksan und Malka und sind kaum größer als 0,001 km².

Einige der wichtigsten sind:

Gebirge

In Kabardino-Balkarien befindet sich der 5.642 m hohe Elbrus, die höchste Spitze des Großen Kaukasus und der höchste Berg Russlands. Erkennt man den Kaukasushauptkamm als Grenze Europas an, so ist der etwa 11 km nördlich des Kammes und der georgischen Grenze gelegene inaktive Vulkan auch der höchste Berg Europas.
Weiter befinden sich in der Republik:

Natürliche Ressourcen

Zu den natürlichen Ressourcen der Republik gehören unter anderem Molybdän- und Wolframerze (bei Tyrnyaus) sowie Kohle.

Bevölkerung

Die Bevölkerung der Republik, die bei der Volkszählung 2002 901.494 Personen umfasste, besteht aus zwei namensgebenden Nationen. Diese sind die 498.702 (55,32 %) Kabardiner, eine Untergruppe der Tscherkessen, sowie die 104.951 (11,64 %) Balkaren, ein Turkvolk. Ferner leben in der Republik 226.620 (25,14 %) Russen. Kleinere Minderheiten bilden die 9.845 (1,09 %) Osseten, die 8.770 (0,97 %) Türken, die 7.592 (0,84 %) Ukrainer und die 5.342 (0,59 %) Armenier. Amtssprachen sind die kabardinische, die balkarische und die russische Sprache. Die Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum Islam, daneben gibt es Mitglieder der Russisch-Orthodoxen Kirche.

  • Population: 901.494 (2002)
    • Städtisch: 510.346 (56,6 %)
    • Ländlich: 391.148 (43,4 %)
    • Männlich: 422.720 (46,9 %)
    • Weiblich: 478.774 (53,1 %)
  • Frauen pro 1000 Männer: 1.133
  • Durchschnittsalter: 30,9 Jahre
    • Städtisch: 32,4 Jahre
    • Ländlich: 29,0 Jahre
    • Männlich: 29,1 Jahre
    • Weiblich: 32,8 Jahre
  • Anzahl Haushalte: 227.922 (mit 891.783 Personen)
    • Städtisch: 144,872 (mit 504.085 Personen)
    • Ländlich: 83,050 (mit 387.698 Personen)
BevölkerungJahr 1926Jahr 1939Jahr 1959Jahr 1970Jahr 1979Jahr 1989Jahr 2002
Kabardiner122,402 (60,0 %)152,237 (42,4 %)190,284 (45,3 %)264,675 (45,0 %)303,604 (45,5 %)364,494 (48,2 %)498,702 (55,3 %)
Balkaren33,197 (16,3 %)40,747 (11,3 %)34,088 (8,1 %)51,356 (8,7 %)59,710 (9,0 %)70,793 (9,4 %)104,951 (11,6 %)
Russen15,344 (7,5 %)129,067 (35,9 %)162,586 (38,7 %)218,595 (37,2 %)234,137 (35,1 %)240,750 (31,9 %)226,620 (25,1 %)
Andere33,063 (16,2 %)37,078 (10,3 %)33,157 (7,9 %)53,577 (9,1 %)69,095 (10,4 %)78,494 (10,4 %)71,221 (7,9 %)


Verwaltungsgliederung

(Einwohner am 1. Januar 2006)

StadtkreisEinwohnerStadtbevölkerungDorfbevölkerung
Naltschik297.160271.44725.713
Baksan57.03757.037
Prochladny60.59760.597
RajonEinwohnerStadtbevölkerungDorfbevölkerungVerwaltungssitz
Baksan57.79557.795Baksan
Elbrus35.25120.37614.875Tyrnyaus
Leska28.71628.716Ansorei
Maiski40.04227.26412.778Maiski
Prochladny45.85945.859Soldatskaja
Sol50.4199.37741.042Salukokoasche
Terek51.86119.94531.916Terek
Tschegem68.60118.29850.303Tschegem
Tscherek25.8805.19620.684Kaschchatau
Urwan74.79633.62241.174Nartkala

Städte

Die mit Abstand größte Ortschaft ist die Hauptstadt Naltschik. Weitere große Siedlungen sind Prochladny, Baksan, Nartkala und Maiski.

In Kabardino-Balkarien gibt es acht Städte und zwei Siedlungen städtischen Typs.

Stadt*/Städt. SiedlungRussischer NameRajonEinwohner
(1. Januar 2006)
Baksan*Баксанkreisfrei57.037
KaschchatauКашхатауTscherek5.196
Maiski*МайскийMaiski27.264
Naltschik*Нальчикkreisfrei271.447
Nartkala*НарткалаUrwan33.622
Prochladny*Прохладныйkreisfrei60.597
SalukokoascheЗалукокоажеSol9.377
Terek*ТерекTerek19.945
Tschegem*ЧегемTschegem18.298
Tyrnyaus*ТырныаузElbrus20.376

Geschichte

Mongolen, Georgier, Perser, Bulgaren und Türken wechselten sich bei der Herrschaft über das Gebiet ab, ehe der Nordteil Ende des 18. Jahrhunderts unter russische Herrschaft kam. Die von den Balkaren (einige Forscher zählen sie zu den Nachkommen der Bulgaren von Khan Kubrats Khaganat, woher sich auch der Name abgeleitet haben könnte – Balkaren oder Balkaren (ru. Balkari) und Bulgaren (ru.Balgari)) bewohnten Gebiete wurden 1827 annektiert. Zu Zeiten der Sowjetunion war Kabardino-Balkarien eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (ASSR).

Im April 1944 wurden die Balkaren von den sowjetischen Behörden der Kollaboration mit den Deutschen bezichtigt und nach Sibirien deportiert (1939 gab es 42.666 Balkaren). Die Kabardino-Balkarische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik wurde in Kabardinische ASSR (sowie als Kabardino-Balkarskaja Prawda in Kabardinskaja Prawda) umbenannt; das Volk „Balkaren“ aus der Liste der Völker der Sowjetunion gelöscht. Wegen der Deportation kamen viele Balkaren (nach einigen Schätzungen 50%) ums Leben. [2]

Mit der Rehabilitierung der Balkaren 1957 kam der alte Name wieder in Verwendung. Seit 1991, mit Auflösung der Sowjetunion, ist Kabardino-Balkarien eine Republik innerhalb Russlands. Staatschef ist Arsen Baschirowitsch Kanokow. Im November 1996 scheiterte ein Versuch der Balkaren, eine eigene Teilrepublik zu errichten.

Am 1. September 1997 wurde die Verfassung Kabardino-Balkariens verabschiedet.

Wirtschaft

Neben der Landwirtschaft dominieren in Kabardino-Balkarien die Forstwirtschaft und der Bergbau. Im Kaukasus spielt der Fremdenverkehr eine gewisse Rolle.

Wichtigster Industriestandort ist die Hauptstadt Naltschik. Maschinenbau und Lebensmittelindustrie sind hier die wichtigsten Wirtschaftszweige.

Der Fall der Sowjetunion und der Ausbruch zahlreicher Konflikte im Kaukasus hatten weitreichende negative Folgen für die Republik. Durch den damit verbundenen Kollaps der Tourismusbranche stieg die Zahl der Arbeitslosen auf geschätzte 90 % in der Region.

Armut stellt ein weit verbreitetes Problem in der Kabardino-Balkarien dar.

Siehe auch

 Commons: Kabardino-Balkarien – Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Föderaler Dienst für staatliche Statistik Russlands
  2. Isabelle Kreindler The Soviet Deportated Nationalities: A Summary and an Update, in: Soviet Studies, Vol 38, no 3, July 1986. p. 391
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