Ennert
| Ennert | |
|---|---|
Waldgebiet im Ennert | |
| Höhe | 151,3 m ü. NN |
| Lage | Bonn-Beuel |
| Gebirge | Siebengebirge |
| Geographische Lage | 50° 43′ 51″ N, 7° 9′ 27″ O50.7308333333337.1575151.3Koordinaten: 50° 43′ 51″ N, 7° 9′ 27″ O |
Der Ennert ist ein Höhenzug und Waldgebiet im Bonner Stadtbezirk Beuel. Er ist die erste rechtsrheinische Erhebung am Südende der Kölner Bucht und gehört zu den nördlichen Ausläufern des Siebengebirges. Er gehört zum Staatsforst Siegburg und ist Natur- und Vogelschutzgebiet. Dadurch ist er einer der naturnahesten Wälder in der gesamten Bundesrepublik und die Narben, die durch den Braunkohle- und Alaunabbau bis in das Jahr 1876 entstanden waren, sind weitestgehend verheilt.
Vor dem Bergbau war das Gebiet allerdings zum größten Teil nicht bewaldet sondern grötenteils landwirtschaftlich genutzt. Historische Berichte erzählen davon, dass man Anfang des 19. Jarhhunderts beim Wandern auf der Hardt über Felder ging, die bis nach Holzlar reichten und man einen wunderbaren Weitblick auf den Kölner Dom, auf Bonn und die Siegburger Abtei hatte. Nachdem das Gelände aber durch den Stollenabbau, massive Erdbewegungen und Verunreinung durch die Emmissonen und bei der Verhüttung zurückbleibene Alaunschlacke für die Landwirtschaft unbrauchbar wurde, erfolgte die Aufforstung – einer der wohl frühesten Rekultivierugnsmaßnahmen überhaupt.
Wegen der aufgrund des Alaunabbaus teilweise verunreinigten Böden wurde der Holtorfer Bach in den Holzlarer See umgeleitet, der den Mühlenbach speist. Quellen, die im ehemaligen Alaunabbaugebiet entspringen, münden im Alaunbauch, welcher der Bach mit der schlechtesten Wasserqualität in Bonn ist.
Als Ennert wird einerseits der ganze nördliche Teil des Siebengebirges auf Bonner Gebiet bezeichnet, also inklusive der südlichen Erhebungen Rabenlay, Kuckstein, Paffelsberg und Juffernberg. Dieser hat vom nördlichsten Hang bei Holzlar bis zur angrenzenden Dollendorfer Hardt im Süden eine Länge von knapp 4 km und seine höchste Erhebung mit dem Paffelsberg auf 194,8 m. Andererseits wird speziell eine der nordwestlichsten Erhebungen dieses Zuges mit einer Höhe von nur 151,3 m als Berg Ennert bezeichnet. Dieser liegt oberhalb von Pützchen, Limperich und Küdinghoven. Zu den nördlichen Erhebungen gehören auch Röckesberg und Holtorfer Hardt.
Im Ennert sind seltene Tiere wie Feuersalamander, Glattnattern und Blindschleichen zu finden.
In ihm befinden sich mehrere Hügelgräber, das Foveaux-Häuschen, drei Seen (Dornheckensee, Blauer See und Märchensee) – entstanden in aufgelassenen Steinbrüchen, die Kommende Ramersdorf, die Forschungsstelle für Jagdkunde und Wildschadenverhütung und ein Mahnmal für drei von den Nationalsozialisten auf dem Ennert ohne Gerichtsverfahren hingerichtete polnische Zwangsarbeiter.
Ein Tunnel („Ennerttunnel“) als Teil einer Verbindung zwischen Bundesautobahn 562 und Bundesautobahn 3 („Ennertaufstieg“/Südtangente) war jahrelang geplant und ist in der Region heftig umstritten. Sie ist im derzeitigen Bundesverkehrswegeplan nicht enthalten, wird aber nach wie vor noch kontrovers diskutiert.
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